Der Gullydeckel, unter dem der vermisste Junge Joe gefunden wurde, wurde von der Polizei versiegelt. (Bild vom 25.06.2022) Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa
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Roboter soll Aufklärung bringen Wie gelangte Joe aus Oldenburg in den Kanalschacht?

Acht Tage nach seinem Verschwinden wurde Joe lebend in einem Kanalschacht gefunden. Noch sind viele Fragen offen. Ein Roboter soll nun Antworten liefern.

Nach dem Fund des vermissten achtjährigen Joe aus Oldenburg unter einem Gullydeckel ermittelt die Polizei weiter in verschiedene Richtungen. Noch sei unklar, wie der Junge ins Kanalsystem gelangte, sagte eine Polizeisprecherin am Montag.

Hilfe bei der Klärung dieser Frage erhoffen sich die Ermittler von einer Fachfirma, die am Sonntag im Auftrag der Polizei einen Roboter mit Kamera ins Kanalsystem geschickt hatte. Dieser sollte den Weg nachzuvollziehen, den Joe genommen haben könnte.

„Die Auswertung liegt uns noch nicht vor“, sagte die Sprecherin der Polizei am Montagnachmittag. Ihr zufolge wird das Kind weiter im Krankenhaus versorgt. Von der Polizei sei der Junge noch nicht befragt worden.

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Der geistig behinderte Achtjährige war am 17. Juni als vermisst gemeldet worden. Nach acht Tagen intensiver Suche hörte ein Spaziergänger am Samstagfrüh ein leises Wimmern aus der Richtung eines Kanaldeckels und wählte den Notruf. Als die Einsatzkräfte den schweren Deckel nur wenige hundert Meter von Joes Elternhaus entfernt öffneten, fanden sie den Jungen.

Damian Bodde (r) und Marc Meyerholz bereiten den Roboter für den Einsatz vor. Foto: Martin Remmers/dpa Vergrößern
Damian Bodde (r) und Marc Meyerholz bereiten den Roboter für den Einsatz vor. © Martin Remmers/dpa

Der Polizei zufolge war er äußerlich unverletzt, aber unterkühlt. In der Gegend waren zuvor auch Spürhunde eingesetzt worden. Weil das Kind gern Verstecken spielt, war zunächst auch in Altkleidercontainer sowie unter geparkten Autos nach ihm gesucht worden. Aufgrund eines Zeugenhinweises richtete die Polizei sechs Tage nach Joes Verschwinden eine Mordkommission ein.

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Das Schicksal des Jungen, der auf Fotos fröhlich in die Kamera lächelt, bewegte die ganze Region. An der Suche beteiligten sich viele Privatleute, die Freiwillige Feuerwehr unterstützte Polizei und Hilfsdienste. Firmen und Vereine teilten die Aufrufe. (dpa)

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