Der damalige US-Präsident George W. Bush (Archivbild) Foto: AFP/Brendan Smialowski
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Peinlicher Versprecher zum Abschluss einer Rede Ex-US-Präsident Bush verwechselt die Ukraine mit dem Irak

Er spricht von einer „völlig ungerechtfertigten Invasion“ und meint die Ukraine. Doch George W. Bush sagt etwas anderes. Ein Video von der Rede geht viral.

Die Invasion des Iraks sei „völlig ungerechtfertigt und brutal“, sagte der ehemalige US-Präsident George W. Bush auf einer Veranstaltung. Noch im selben Atemzug erkannte der ehemalige Regierungschef der Vereinigten Staaten seinen Fehler, verzog sein Gesicht und verbesserte sich: „Ich meinte: in die Ukraine.“

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Der Ausschnitt seiner Rede auf einer Veranstaltung des George W. Bush Instituts im texanischen Dallas verbreitet sich seitdem rasant in den sozialen Medien.

Bush entschuldigte sich für seinen Fauxpas und sagte schlicht: „75“. Eine Anspielung auf sein Alter. Das Publikum reagierte mit Gelächter.

Ehemalige Präsidenten der Vereinigten Staaten werden nach ihrer Amtszeit mit einer sogenannten Präsidentenbibliothek gewürdigt. Diese Institute bewahren Papiere, Aufzeichnungen und Besitztümer der Staatschefs auf und stellen sie aus. Begründet hat die Tradition der Republikaner Herbert Hoover, der die USA von 1929 bis 1933 regierte. Einige Ex-Präsidenten unterhalten ihre eigenen Institute und Stiftungen.

Auf der Veranstaltung des George W. Bush Instituts am Mittwochnachmittag (Ortszeit) diskutierten Experten über „die Rolle von Wahlen in einer demokratischen Gesellschaft“, wie es auf der Internetseite der Organisation heißt. Der Ausrutscher widerfuhr dem Ex-Präsidenten bei seinen Abschlussworten.

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„Die Wahlen in Russland sind gefälscht. Politische Gegner werden inhaftiert oder auf andere Weise von der Teilnahme am Wahlprozess ausgeschlossen“, referierte Bush. „Das Ergebnis ist eine Abschaffung der Gewaltenteilung in Russland und die Entscheidung eines Mannes, eine völlig ungerechtfertigte und brutale Invasion zu starten.“ Hier kam es zum Versprecher.

Einige Twitter-Nutzer spekulieren, ob George W. Bush nicht insgeheim doch den Irak meinte. Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001, wenige Monate nach Bushs Amtsantritt, hatten die USA einen „Krieg gegen den Terror“ begonnen. Dem Einmarsch in Afghanistan folgte 2003 der Krieg im Irak.

Das militärische Vorgehen gegen den Irak wurde mit vermeintlichen Massenvernichtungswaffen im Besitz von Machthaber Saddam Hussein gerechtfertigt, die aber nie gefunden worden waren. Bush blieb Präsident bis 2009. (mit dpa)

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