Michael Ballweg. Foto: Christoph Schmidt/dpa
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Nach Hausdurchsuchung in Stuttgart Querdenken-Gründer Michael Ballweg festgenommen

Ermittler haben am Mittwochvormittag das Haus des 47-jährigen Querdenken-Gründers durchsucht. Ballweg werden Geldwäsche und Betrug vorgeworfen.

Der “Querdenken”-Gründer Michael Ballweg ist in Stuttgart vorläufig festgenommen. Die Staatsanwaltschaft der Landeshauptstadt Baden-Württembergs bestätigte dem Tagesspiegel, dass Einsatzkräfte am Mittwochvormittag eine Hausdurchsuchung durchführen. Dem Tatverdächtigen werden Betrug und Geldwäsche vorgeworfen. Wie der Tagesspiegel aus Ermittlerkreisen erfuhr soll es sich dabei um den 47-jährigen Ballweg handeln, der in Stuttgart wohnt.

Über den Messengerdienst Telegram bestätigten mehrere bekannte Akteure aus dem “Querdenken”-Netzwerk, wie der HNO-Arzt Bodo Schiffmann, die Hausdurchsuchung im Wohnhaus von Ballweg.

Schiffmann trat in den vergangenen Jahren bei zahlreichen Demonstrationen gemeinsam mit Ballweg auf und verbreitete Verschwörungsideologien zur Corona-Pandemie. Zunächst riefen “Querdenken”-Unterstützer über Telegram zu einem Solidaritäts-Protest vor Ballwegs Wohnhaus auf. Dieser Aufruf wurde mittlerweile zurückgezogen.

Während Schiffmann sich bereits im vergangenen Jahr nach Tansania absetzte, war in den letzten Monaten auch über eine Auswanderung Ballwegs spekuliert worden. Nicht auszuschließen, dass die Behörden genau deswegen jetzt ausrückten, um zu verhindern, dass Ballweg das Land verlässt.

Der 47-jährige gilt als Gründer der “Querdenken”-Bewegung, die in Stuttgart ihren Anfang nahm. Zu Beginn der Corona-Pandemie hatten sich im Frühling 2020 tausende Menschen auf den Canstatter Wasn in der baden-württembergischen Landeshauptstadt versammelt, um gegen die geltenden Corona-Maßnahmen zu demonstrieren.

Infolgedessen gründeten sich überall in der Bundesrepublik lokale “Querdenken”-Ableger, die regelmäßig zu Demonstrationen aufriefen. Immer wieder wurden im Rahmen der Maßnahmen-kritischen Proteste Gegendemonstranten, Polizisten und Journalisten angegriffen.

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