Minenbohrer während der Rettungsaktion für den zweijährigen Julen. Foto: REUTERS/Jon Nazca
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Nach Brunnenunglück in Spanien Autopsie klärt Todesursache des zweijährigen Julen

Im Januar stürzte der zweijährige Julen in einen illegalen Brunnen. Retter konnten ihn nach Tagen nur tot bergen. Die Autopsie bringt jetzt Klarheit.

Starb Julen durch die Rettungsaktion? Diese Vorwürfe wurden kurz nachdem die Leiche des Jungen in dem Brunnenschacht nahe der spanischen Stadt Totalán gefunden wurde laut. Der endgültige Autopsiebericht belegt nun, dass der Zweijährige durch den Sturz starb. Das berichtet die spanische Tageszeitung "El País" unter Berufung auf den Bericht. Demnach verstarb Julen bereits wenige Minuten nach dem Absturz. "Die Überlebenszeit war kurz", heißt es in dem Bericht.

Die vier an der Autopsie beteiligten Mediziner kamen demnach zu dem Schluss, dass der Sturz zwei Kopfverletzungen verursachte. Julen soll mit dem Kopf mehrfach gegen Vorsprünge in der Wand gestoßen sein. Durch diese Vorsprünge und die Reibung der Kleidung an der Wand des Brunnenschachtes sei der Fall des Jungen mehrfach gebremst worden. Deshalb, und weil Kinderknochen flexibler sind, habe der Junge keine weiteren schweren Verletzungen gehabt.

Die Autopsie widerlegt damit die Theorie, dass Julen durch eine Spitzhacke der Retter getötet wurde. Diese These hatten die Anwälte des Eigentümers des Grundstückes, auf dem sich der illegale Schacht befindet, präsentiert. Gegen den Finca-Besitzer wird wegen fahrlässiger Tötung ermittelt, da er den Schacht nicht gesichert haben soll. Der Mann hat dies stets bestritten und betont, er habe das Loch mit zwei Betonblöcken abgedeckt.

Da Julen jedoch bereits mehrere Stunden vor dem ersten Rettungseinsatz verstarb, scheidet diese Theorie aus, heißt es in dem Bericht.

Julen war Mitte Januar in ein mehr als 100 Meter tiefes, illegal gegrabenes Bohrloch gefallen. Seine Leiche wurde zwei Wochen später in 70 Metern Tiefe gefunden, nachdem Helfer in mehrtägiger Arbeit einen Parallelschacht gebohrt hatten.

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