Der Lago Maggiore in Italien. Foto: imago images/Sepp Spiegl
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Nach 20 Jahren Knochenreste eines spurlos verschwundenen Mannes am Lago Maggiore identifiziert

Am 16. Mai 2001 verschwand ein Mann in Norditalien. Seine Überreste wurden nun gefunden. Forensische Untersuchungen zeigen schwere Kopfverletzungen.

Ein Knochenfund in Norditalien hat Licht in einen Jahre alten Kriminalfall gebracht. Wie die Staatsanwaltschaft in Verbania am Westufer des Lago Maggiore mitteilte, handle es sich um die Überreste eines am 16. Mai 2001 spurlos verschwundenen Mannes aus dem Senegal. Das hätten Experten in ihren forensischen Untersuchungen herausgefunden. Am Schädel fanden sie der Mitteilung vom Dienstag zufolge Verletzungen, die vermutlich zum Tod führten.

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Die Knochen hatte ein Mann am 14. April nahe der Ortschaft Gattico gefunden. Den Ermittlungen zufolge war die Leiche des damals Ende Zwanzigjährigen mit einem Plastiksack zugedeckt und vergraben worden. Die Justiz hatte nach eigenen Angaben in den Jahren nach dem Verschwinden gegen dessen Arbeitgeber und einen Angestellten unter anderem wegen vorsätzlicher Tötung ermittelt. Ein Gericht sprach die beiden im Januar 2005 frei.

Der Rechtsstreit zog sich allerdings über mehrere Instanzen. Mehr als zehn Jahre später stand der Freispruch Anfang Juli 2015 definitiv fest. Trotz der neuen Erkenntnisse kann die Staatsanwaltschaft den Fall gegen die Männer deshalb nicht mehr aufrollen. Die Zeitung „La Stampa“ berichtete am Mittwoch, die beiden seien nach Kalabrien zurückgekehrt, wo sie 2017 in einer Anti-Mafia-Operation von der Polizei in der Provinz Reggio Calabria festgenommen wurden. Bis vor wenigen Monaten unterstanden sie demnach noch Arrest-Auflagen. (dpa)

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