Eine Eisenbahnbrücke, die in Folge des Dammbruchs in Brasilien zerstört wurde. Foto: Mauro PIMENTEL/AFP
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Minas Gerais Unternehmen Vale nach Dammbruch in Brasilien mit ersten Strafen belegt

Nach einem Dammbruch in Brasilien hat die brasilianische Justiz Gelder der Betreiberfirma eingefroren. Die Zahl der Opfer könnte in die Hunderte gehen.

Nach dem verheerenden Dammbruch an einem Rückhaltebecken für Bergbauabfälle im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais hat die brasilianische Justiz elf Milliarden Reals (2,6 Milliarden Euro) auf den Konten der Betreiberfirma Vale für mögliche Entschädigungszahlungen eingefroren. Außerdem wurde das Unternehmen vom Staat und vom Bundesstaat mit ersten Strafen in Höhe von 81 Millionen Euro belegt.

Es ist bereits der zweite Dammbruch in Brasilien innerhalb weniger Jahre. Bis heute leidet das Land unter der Umweltkatastrophe, die der Bruch eines weiteren Damms vor drei Jahren in Minas Gerais ausgelöst hatte – dessen Betreiber Samarco war ein Tochterunternehmen von Vale und dem australisch-britischen Konzern BHP.

Damals kamen 19 Menschen ums Leben, die giftige Schlammlawine gelangte in den Fluss Río Doce und später in den 650 Kilometer entfernten Atlantik. Bis heute zahlen Vale und BHP Milliardenbeträge für den verheerenden Dammbruch, und noch warten viele Opfer auf eine Entschädigung. Diesmal ist der Schaden für die Umwelt offenbar geringer, dafür aber könnte die Zahl der Opfer in die Hunderte gehen.

Vale wurde 1942 in Minas Gerais als Companhia Vale do Rio Doce gegründet. Bis 1997 war es in Staatsbesitz. Heute ist Vale der weltweit größte Minenbetreiber für Eisenerz und das drittgrößte Bergbauunternehmen nach den australisch-britischen Konzernen BHP und Rio Tinto.

Neben Eisenerz baut das brasilianische Unternehmen Nickel, Kupfer und andere Metalle ab und besitzt Wasserkraftwerke sowie Schienennetze, Häfen und Schiffe zur Lieferung seiner Produkte. Weltweit beschäftigt es 76.500 Menschen. Sein Börsenwert liegt bei 78,7 Milliarden Dollar (69,04 Milliarden Euro).

Experte nennt weitere Dämme "zweifelhaft oder unhaltbar"

2017 erwirtschaftete Vale einen Gewinn von 5,5 Milliarden Dollar bei einem Umsatz von 34 Milliarden Dollar. Netto bedeutet dies ein Plus von 38 Prozent verglichen zum Vorjahresergebnis – ein erster Hinweis, dass sich das Geschäft nach einem Einbruch der Rohstoffpreise im Jahr 2015 wieder erholt hat. Die Krise hatte Vale zu deutlichen Kosteneinsparungen gezwungen.

Nach Angaben des Bergbau-Experten Luiz Jardim Wanderley von der Staatlichen Universität von Rio der Janeiro tendieren Unternehmen in Zeiten fallender Rohstoffpreise generell dazu, "ihre Budgets für Sicherheit und Wartung zu reduzieren". Von den 450 Dämmen in Minas Gerais gebe es deshalb eine "relativ hohe Zahl", deren Zustand "zweifelhaft oder unhaltbar" sei, sagte er der Nachrichtenagentur AFP.

Der 1976 gebaute und 86 Meter hohe Unglücksdamm war stillgelegt und zum Abriss vorgesehen. Vale beteuert, eine Inspektion des TÜV Süd habe im September keine Beanstandungen ergeben. Auch bei einer weiteren Kontrolle im Januar seien keine Mängel festgestellt worden.

Auf seiner Website bekräftigt Vale seine "Leidenschaft für die Menschen und den Planeten". Zu den angestrebten Unternehmenswerten zählen der Grundsatz "Das Leben ist am wichtigsten" und "Tue das Richtige". (AFP)

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