Das heute 33-jährige Model Bar Refaeli kommt nicht immer gut an. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa
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Israel Model Refaeli droht Anklage wegen Steuerhinterziehung

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Es ist nicht das erste Mal, dass das Model Bar Refaeli in ihrer Heimat Israel Negativ-Schlagzeilen macht. Jetzt hat sie große Probleme mit dem Fiskus.

Die Skandale und Fehltritte der vergangenen Jahre hatte man der blonden Schönheit mit den graublauen Augen in der Heimat beinahe schon wieder verziehen. Längst zog das Supermodel Bar Refaeli – einst vom amerikanischen Männermagazin "Maxim" zur "schönsten Frau der Welt" gewählt – wieder ob ihres Aussehens die Blicke des Landes auf sich.

Auf Plakaten am Straßenrand und in Einkaufszentren, in Prospekten und Werbespots präsentiert sie regelmäßig die neusten Kollektionen israelischer Brillen- und Kleidungshersteller, posiert mal mit extravaganten Brillen, mal in gemütlichen Sweatshirts.

Refaeli soll Einkünfte in Millionenhöhe nicht versteuert haben

Jetzt aber gilt die öffentliche Aufmerksamkeit der 33-Jährigen aus weniger schönen Gründen. Refaeli soll Einkünfte in Millionenhöhe nicht versteuert haben. Die Staatsanwaltschaft informierte sie vor einigen Tagen, man plane, Strafanzeige wegen Steuerhinterziehung zu stellen. Berichten zufolge geht es um umgerechnet 5,4 Millionen Euro.

Refaeli behauptet, in dem Zeitraum, für den ihr Steuerhinterziehung vorgeworfen wird, nicht in Israel gelebt zu haben, sondern in den USA – mit ihrem damaligen Partner, dem Hollywoodschauspieler Leonardo DiCaprio. Mit dem war sie von 2005 bis 2011 verbandelt.

Beweismaterial in Form von Paparazzi-Fotos und Geschichten in Tratschblättern gibt es viele. Die amerikanische Steuerbehörde allerdings soll sie als "nonresident" geführt haben. In jenem Zeitraum, so wird berichtet, habe Refaeli im Ausland weder Haus noch Auto gemietet. Stattdessen hätten ihre Eltern geholfen, den Namen der Tochter aus Mietverträgen für Wohnungen in Israel, aber auch von Konten fernzuhalten. Beide werden nun der Geldwäsche verdächtigt.

Auch Geschenke soll sie nicht angemeldet haben

Zudem soll Bar Refaeli Firmen im Ausland gegründet haben, unter anderem in Singapur und auf Zypern, um das Geld vor der israelischen Steuerbehörde zu schützen. Auch Promi-Rabatte und teure Geschenke soll sie dem Fiskus nicht gemeldet haben.

Zwar gilt bis zu einer Urteilsverkündung die Unschuldsvermutung, doch bereits jetzt kratzt der Fall am Image der schönen Israelin – und könnte sie nun sogar ihren Job als Moderatorin des European Song Contests kosten. Der wird in diesem Mai in Tel Aviv ausgetragen, nachdem im Vorjahr die israelische Sängerin Netta Barzilay mit "Toy" in Lissabon siegte. Berichten zufolge ist der Organisator, die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt KAN, nun besorgt, Bar Refaeli könnte wegen der drohenden Anklage keine Zeit haben für die Vorbereitungen – und obendrein aus moralischen Gründen der Veranstaltung schaden.

Die 33-Jährige ist Mutter zweier Töchter

Es ist nicht das erste Mal, dass Bar Refaeli – mittlerweile mit dem Geschäftsmann Adi Ezra verheiratet und Mutter zweier Töchter – in Israel Negativ-Schlagzeilen macht. Zu Beginn ihrer internationalen Karriere entging sie in der Heimat dem Armeedienst, indem sie mit 18 Jahren einen deutlich älteren Freund der Familie heiratete. Der Dienst ist in Israel für beide Geschlechter Pflicht – verheiratete Frauen sind allerdings ausgenommen.

Besonders brisant war der Fall deshalb, weil sich Refaeli kurz darauf wieder scheiden ließ. Ihre Landsleute warfen ihr mangelnden Patriotismus vor – schließlich spielt die Armee eine zentrale Rolle fürs Überleben des Landes, das von zahlreichen Feinden umzingelt ist.

Hinzu kam kurze Zeit später ein fatales Interview mit der israelischen Tageszeitung "Jedioth Achronot", in dem Refaeli mit den Worten zitiert wurde: "Warum ist es gut, für unser Land zu sterben? Ist es nicht besser, in New York zu leben?" Refaeli verklagte das Blatt zwar daraufhin, sie sei falsch wiedergegeben worden – und bekam recht. Doch der Imageschaden war längst angerichtet.

Sie hatte auch großen Ärger mit der israelischen Armee

Vor allem die Armee war verärgert. So rief der frühere Personalchef der Streitkräfte, Avi Zamir, im Jahr 2010 dazu auf, die von ihr beworbenen Produkte nicht zu kaufen. Drei Jahre später beschwerte sich der Sprecher der Armee, Yoav Mordechai, beim israelischen Außenministerium wegen einer PR-Kampagne, in der Refaeli auftauchte. Mit einem Videoclip sollte das schlechte Image im Ausland aufpoliert werden.

Auch bei den Strengreligiösen machte sie sich unbeliebt, als sie sich vor Jahren leicht bekleidet mit einem fremden Mann im Bett rekelnd ablichten ließ und dies auf einem Werbeplakat in Israel zu sehen war. Ultraorthodoxe Juden fanden das unerhört. Die Plakate wurden ausgetauscht – Bar Refaeli posierte daraufhin in Kleidung der Winterkollektion. Dass sie mehrere Jahre mit dem Nicht-Juden DiCaprio zusammen war, sorgte ebenfalls für Unmut in der Heimat: Damals riet der radikale, nationalreligiöse Aktivist Baruch Marzel dem Model, sich doch lieber einen jüdischen Mann zu suchen.

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Nun geht es also wieder um die Zeit von damals – diesmal ums Geld. Bislang streitet Bar Refaeli alles ab. Einer ihrer Anwälte erklärte, der Fall würde aufgebauscht. Die Israelis aber haben wieder einen Grund, sich über ihr Skandal-Model zu ärgern.

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