Ein trockenes Weizenfeldin Saint-Maurice-de-Satonnay, Ostfrankreich. Foto: Jean-Philippe Ksiazek/dpa
© Jean-Philippe Ksiazek/dpa

Hitzewelle in Frankreich Moderatorin kündigte düsteres Klimaszenario für 2050 an – jetzt ist es Realität

Über 40 Grad könne es 2050 in Frankreich werden, warnte eine Wetter-Moderatorin 2014. Nun kommt es zu einer Hitzewelle dieser Form.

Im Jahr 2014 war es noch ein weit entferntes Szenario, vor dem eine französische Wetter-Moderatorin warnte – und an das nun eine Twitter-Nutzerin erinnerte. Sie schreibt, die Moderatorin habe als Teil einer Kampagne, die vor den verheerenden Folgen des Klimawandels warnen sollte, im Fernsehen eine Wetterkarte gezeigt, wie sie im Jahr 2050 aussehen könnte.

[Wenn Sie aktuelle Nachrichten aus Berlin, Deutschland und der Welt live auf Ihr Handy haben wollen, empfehlen wir Ihnen unsere App, die Sie hier für Apple- und Android-Geräte herunterladen können.]

Mitte August 2050, so zeigte damals die Karte hinter der Moderatorin, könne es dann in vielen Regionen Frankreichs über 40 Grad heiß werden, in Teilen Südfrankreichs bis zu 43 Grad.

Nun wird die Befürchtung von damals deutlich früher zur Realität: Das Szenario auf der Wetterkarte entspreche den tatsächlichen Vorhersagen der kommenden vier bis fünf Tage, schreibt die Nutzerin auf Twitter. Über 13.000 Menschen haben den Tweet geteilt.

Frankreich wird momentan von einer ungewöhnlich frühen Hitzewelle getroffen. Nach Angaben des französischen Wetterdienstes werden die Temperaturen am Freitag in Teilen des Südwestens 40 Grad und mehr erreichen. Davon betroffen sind demnach 37 der 101 Départements mit insgesamt 18 Millionen Einwohnern. Der Klimaexperte des französischen Wetterdienstes, Matthieu Sorel, sprach von der frühestens Hitzewelle seit 1947.

Die hohen Temperaturen verschlimmern die Trockenheit der Böden, die den Landwirten nach einem niederschlagsarmen Winter und Frühjahr bereits große Sorgen macht. Das Risiko von Waldbränden steigt. In mehreren Regionen, darunter im Osten und dem Pariser Großraum, wurde zudem Ozon-Alarm ausgerufen.

Auch Norditaliens Po-Ebene leidet unter der schlimmsten Dürre seit 70 Jahren. In dem stark landwirtschaftlich geprägten Gebiet rationierten einige Gemeinden inzwischen die Wasserverteilung. Der Präsident der Lombardei, Attilio Fontana, sprach von einer „außergewöhnlich schwierigen Lage“. Er kündigte die baldige Ausrufung des Notstands an. Nach Angaben des Landwirtschaftsverbandes Coldiretti bedroht die Trockenheit die Hälfte der Anbauflächen in der Po-Ebene und fast ein Drittel der landesweiten Agrarproduktion.

Die Zunahme von Hitzewellen ist laut Wissenschaftlern eine direkte Folge der globalen Erwärmung. Dabei nehmen sowohl Intensität als auch Dauer und Häufigkeit dieser Phänomene zu. (Tsp/dpa)

Zur Startseite