Die Gaststätte „Why Not“ in der Nähe des Ballermanns steht in Flammen. Foto: 5vision/dpa
© 5vision/dpa

Feuer mit Kippen entfacht? Nach Brand sitzen 13 Deutsche auf Mallorca in U-Haft

Deutsche Urlauber sollen in Palma Zigaretten auf das Schilfdach einer Bar geworfen haben. Das fing Feuer, die Flammen breiteten sich aus. Es gab zwei Verletzte.

13 Urlauber aus Deutschland, die auf Mallorca wegen mutmaßlicher Brandstiftung festgenommen worden waren, bleiben vorerst hinter Gittern. Der zuständige Ermittlungsrichter in Palma ordnete für die Touristen Untersuchungshaft ohne Anrecht auf Kaution an, wie die Zeitung „Diario de Mallorca“ und andere Regionalmedien am späten Samstagabend unter Berufung auf die Justiz der spanischen Mittelmeer-Insel berichteten. Ein Justizsprecher bestätigte am Sonntag auf Anfrage diese Informationen.

[Alle aktuellen Nachrichten auf die Ukraine bekommen Sie mit der Tagesspiegel-App live auf ihr Handy. Hier für Apple- und Android-Geräte herunterladen.]

Die Deutschen werden beschuldigt, am Freitag bei einer Party auf dem Balkon ihres Hotels in Ballermann-Nähe Zigarettenkippen auf das Terrassendach der Gaststätte „Why Not“ geworfen und auch Alkohol darauf gegossen zu haben. Das Dach aus Schilfrohr fing Feuer, nach Medienberichten beschädigten die Flammen das Lokal. Nach Angaben der deutschen Wirtin Alice Klotz entstand etwa 150.000 Euro Schaden. Durch den Brand wurden nach Angaben der Behörden zudem ein weiteres Dach sowie eine Wohnung und das Hotel beschädigt.

Die noch am Freitagabend festgenommenen Deutschen sollen am Samstag bei ihrem Verhör durch den Richter von ihrem Recht Gebrauch gemacht haben, nicht auszusagen. Der Richter gehe von „gemeinsamer Verantwortung“ aus, schrieb „Diario de Mallorca“. Woher in Deutschland die Festgenommenen stammen, blieb zunächst unklar.

Nach Angaben der „Mallorca Zeitung“ soll bei der Entscheidung des Ermittlungsrichters, die Beschuldigten nicht gegen Kaution auf freien Fuß zu setzen, auch eine Rolle gespielt haben, dass die Urlauber mit ihrem Verhalten mutmaßlich nicht nur Sachschaden verursachten, sondern auch andere Personen in Gefahr gebracht hatten. Ein Mann erlitt eine leichte Rauchvergiftung, ein Mädchen zog sich eine Schnittwunde am Fuß zu.

Der Ballermann auf Mallorca feiert 2022 sein inoffizielles 50-jähriges Jubiläum. Foto: Clara Margais/dpa Vergrößern
Der Ballermann auf Mallorca feiert 2022 sein inoffizielles 50-jähriges Jubiläum. © Clara Margais/dpa

Die Tourismusbranche auf der bei Deutschen beliebten Ferieninsel Mallorca blickt dieses Jahr wieder optimistischer in die Zukunft. Nach zwei schlechten Corona-Jahren rechnen manche Hotelmanager auf der Mittelmeerinsel sogar schon damit, dass die Nachfrage das Angebot übersteigen könnte.

[Lesen Sie bei T+: Von „Bettenbremse“ bis „Mankini“-Verbot – Mallorca führt zur neuen Saison Benimm-Regeln ein]

Beschränkungen wegen Corona gibt es in Spanien so gut wie keine mehr. Nur in Bussen und Bahnen sowie Krankenhäusern und Altenheimen gilt noch eine allgemeine Maskenpflicht. Entsprechend haben auch die Hotels abgerüstet. Und so wird im inoffiziellen 50. Gründungsjahr am Ballermann wieder so wild wie vor der Pandemie gefeiert. In den vergangenen Wochen kam es vermehrt zu Schlägereien und Diebstählen in der deutschen Urlauberhochburg.

Außerdem lösten zuletzt tödliche Balkonstürze von Touristen Entsetzen aus. Bei den Opfern handelte es sich um einen 34 Jahre alten Briten und einen 31-jährigen Niederländer. Beide Tragödien seien „auf grobe Fahrlässigkeit“ zurückzuführen, schrieb die Regionalzeitung „Diario de Mallorca“. (dpa, Tsp)

Zur Startseite