Ein gefälschter Impfpass hat in Niedersachsen mehrere Menschen das Leben gekostet. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/dpa-tmn
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Update Ermittlungen wegen Totschlags in Hildesheim Drei Menschen sterben nach Kontakt mit ungeimpfter Pflegerin

Eine infizierte Mitarbeiterin eines Pflegeheims soll mit einem gefälschten Impfpass gearbeitet haben. Der Corona-Ausbruch hat gravierende Konsequenzen.

Nach einem Corona-Ausbruch mit drei Todesfällen in einem Pflegeheim im niedersächsischen Hildesheim ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen eine frühere Mitarbeiterin der Einrichtung. Es bestehe der Verdacht, dass die 44-Jährige mit einem gefälschten Impfpass im Heim gearbeitet habe, während sie Corona hatte, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Freitag.

Da im engen zeitlichen Zusammenhang drei mit dem Virus infizierte Bewohnerinnen starben, ermittelt die Anklagebehörde zudem wegen des Anfangsverdachts auf Totschlag.

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Die 44-jährige Beschuldigte habe die Verwendung des gefälschten Impfpasses eingeräumt, so die Sprecherin. „Mit den Infektionen will sie nichts zu tun haben. Wir treffen sämtliche Maßnahmen, die dazu geeignet sind, um die Vorwürfe aufzuklären.“ Über die Ermittlungen hatte zunächst die „Hildesheimer Allgemeine Zeitung“ berichtet.

Ins Rollen gekommen seien die Ermittlungen, weil das Heim, das sich in privater Trägerschaft befindet, Ende vergangener Woche Anzeige gegen die Mitarbeiterin gestellt hatte. Die Geschäftsführung hatte Verdacht geschöpft, dass der Impfausweis der intern als Impfgegnerin bekannten Frau gefälscht sein könnte.

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Die Frau, die als Alltagsbegleiterin in dem Heim tätig war, wurde fristlos entlassen, wie Einrichtungsleiter Michael Ossenkopp der Nachrichtenagentur dpa sagte. Er bestätigte, dass die Frau dem Heim einen Impfpass vorlegte, der sich als gefälscht herausstellte. Später wurde klar, dass die Frau an Corona erkrankt war und trotzdem im Heim gearbeitet hatte.

Der Corona-Ausbruch zieht weite Kreise. In jüngster Zeit hatten sich in dem Pflegeheim, das über 124 Plätze verfügt, mehrere Bewohner und Pflegekräfte mit Corona infiziert. Laut Einrichtungsleiter Ossenkopp handelt es sich dabei um elf Bewohnerinnen und Bewohner sowie fünf Beschäftigte.

Die Ermittlungsbehörde muss nun herausfinden, ob die Pflegekraft trotz bestätigter Infektion im Dienst war und dadurch womöglich andere Menschen angesteckt hat. (dpa, epd)

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