Prinz Philip von Großbritannien starb im Alter von 99 Jahren. Foto: dpa/Karel Prinsloo
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Update „Ein Moment tiefen Schmerzes“ für die Queen Königliche Familie nimmt Abschied von Prinz Philip

Einen Staatsakt wollte Prinz Philip nie – aber auch wegen Corona ist die Trauerfeier klein. Ein Detail spricht für das Zerwürfnis der Enkel Harry und William.

In den vergangenen Tagen haben britische Medienkonsumenten viel lernen können über die Besonderheiten militärischer Landrover, die Zusammenhänge des europäischen Hochadels und alte Traditionen der Royal Navy.

Vor der Trauerfeier für Prinz Philip an diesem Samstag auf Schloss Windsor hat der höchste anglikanische Geistliche die Briten aber an das Wesentliche dieses Tages erinnert: die öffentliche Trauer der engsten Angehörigen, vor allem aber einer 94-jährigen Witwe um ihren Mann nach mehr als 73 Ehejahren.

Queen Elizabeth II stehe „ein Moment tiefen Schmerzes“ bevor, sagte Erzbischof Justin Welby und bat die Bevölkerung, ob gläubig oder nicht, um ihre Anteilnahme für die Monarchin.

Mit privaten Fotos des britischen Königspaares erinnert der Palast kurz vor der Beisetzung an Prinz Philip. „Der Herzog von Edinburgh war ein liebender Ehemann und hingebungsvoller Vater, Großvater und Urgroßvater“, twitterte der Palast in der Nacht zum Samstag. „Während ihrer langen Ehe haben sich die Königin und der Herzog in vielen Jahren bei königlichen Pflichten und dem Aufbau einer Familie unterstützt.“

In mehreren Tweets veröffentlichte der Palast dazu Bilder von der Hochzeit des Paares sowie ihres 70. Hochzeitstages 2017. In einem anderen Tweet war das Paar strahlend und in Freizeitkleidung zu sehen.

„Die Königin möchte dieses private Foto von sich und dem Herzog von Edinburgh teilen, das 2003 auf der Spitze der Coyles of Muick in Schottland aufgenommen wurde“, hieß es dazu. Aufgenommen wurde das Bild demnach von Schwiegertochter Herzogin Sophie, der Ehefrau von Prinz Edward.

Zu Ehren des Prinzgemahls veröffentlichte das Königshaus auch ein Gedicht von Simon Armitage, der 2019 zum sogenannten Poet Laureate des Vereinigten Königreichs ernannt worden war. Das Gedicht mit dem Namen „The Patriarchs - An Elegy“ ist eine Hommage an Philips Karriere in der Royal Navy und bezeichnet seine Generation als „Ehemänner zur Pflicht“ (husbands to duty) und „Urgroßväter von Geburt an“ (great-grandfathers from birth).

Der am vergangenen Freitag 99-jährig verstorbene Herzog von Edinburgh hatte das ihm zustehende Staatsbegräbnis schon vor langer Zeit abgelehnt. Doch wären die Trauerfeierlichkeiten für den Abkömmling des Hauses Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg unter normalen Umständen deutlich reichhaltiger ausgefallen als die schlanke Zeremonie, auf die sich das Königshaus wegen der Pandemie beschränken muss.

„Operation Forth Bridge“, so der Codename, orientierte sich in vielerlei Hinsicht an der Beisetzung der legendären Queen Mum, die 2002 im 102. Lebensjahr gestorben war.

Die britische Königin Elizabeth II. trauert um ihren Mann. Foto: dpa/Chris Jackson Vergrößern
Die britische Königin Elizabeth II. trauert um ihren Mann. © dpa/Chris Jackson

Damals wie heute wurde dem Land eine siebentägige Staatstrauer verordnet. Von ihr war diese Woche wenig zu spüren, sieht man von den schwarzen Krawatten der Politiker im Unterhaus und der Verlegung einiger Fußballspiele an diesem Samstag ab – und von der großflächigen Fernsehberichterstattung der BBC an Philips Todestag, für die sich der öffentlich-rechtliche Sender mehr als 110.000 Beschwerden einhandelte.

Briten sollen nicht nach Windsor reisen

Die Berichterstattung am Samstag vom frühen Nachmittag an dürfte deutlich weniger Anstoß erregen, zumal der Buckingham-Palast der Bevölkerung ausdrücklich von der Reise ins Städtchen Windsor dreißig Kilometer westlich von London abriet. Ohnehin spielt sich das Geschehen innerhalb des Schlossbezirkes ab. Das Gelände rund um das Schloss Windsor wurde mit weiträumigen Absperrungen gesichert, Scharfschützen postierten sich auf Hausdächern.

Königin Elizabeth II. von Großbritannien und Prinz Philip waren 73 Jahre verheiratet. Foto: dpa/ Str/PA Vergrößern
Königin Elizabeth II. von Großbritannien und Prinz Philip waren 73 Jahre verheiratet. © dpa/ Str/PA

Der Sarg mit den sterblichen Überresten des Prinzen wird kurz vor dem Trauergottesdienst in der Schlosskirche St. Georg, der um Punkt 16 Uhr beginnt, aus dem Schloss selbst überführt. Während die betagte Königin den kurzen Weg im königlichen Bentley zurücklegt, folgen Kinder und Enkel des Verstorbenen sowie Angehörige des Hofstaates dem Sarg zu Fuß.

Dieser ruht auf einem Landrover, dessen Umbau für den feierlichen Zweck der damals 82-jährige Prinz 2003 in Angriff nahm.

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Zerwürfnis der Prinzen Harry und William

Dass die Prinzen William und Harry auf dem etwa sieben Minuten dauernden Weg ihren Vetter Peter Phillips, Philips ältesten Enkel, zwischen sich haben werden, galt den britischen Medien als weiteres Indiz für das Zerwürfnis der beiden Söhne von Thronfolger Prinz Charles. Harrys hochschwangere Frau Meghan blieb auf Anraten ihrer Ärzte in Kalifornien.

Mit Spannung wird das Wiedersehen der Prinzen Harry und William (hier auf einem Bild von 2015) erwartet. Gelingt eine Aussöhnung? Foto: Alastair Grant/AP/dpa Vergrößern
Mit Spannung wird das Wiedersehen der Prinzen Harry und William (hier auf einem Bild von 2015) erwartet. Gelingt eine Aussöhnung? © Alastair Grant/AP/dpa

In dem gewaltigen, spätgotischen Gotteshaus selbst, in dem zu normalen Zeiten 800 Menschen Platz finden, bleiben gemäß der Corona-Regeln die 30 nächsten Angehörigen des Herzogs unter sich.

Sogar Premierminister Boris Johnson hatte auf seine eigentlich obligatorische Teilnahme verzichtet, um der erweiterten Familie – neben der Witwe vier Kinder, neun Enkel und zehn Urenkel sowie Cousins – Platz zu schaffen.

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Die Trauernden werden im prächtigen Chorgestühl Platz nehmen. Zu ihnen gehören drei Großneffen des Verstorbenen, Abkömmlinge seiner älteren Schwestern, die alle deutsche Adelige geheiratet hatten.

Er empfinde die Einladung als „ungeheure Ehre“, teilte Philipp Prinz von Hohenlohe-Langenburg der Presse mit – eine Einschätzung, die vom Erbprinzen Bernhard von Baden sowie dem Landgrafen Donatus von Hessen geteilt werden dürfte.

Corona-Vorschriften verbieten Choräle

Die Einzelheiten des etwa 50 Minuten dauernden Trauergottesdienstes hielt der Palast bis Freitagabend geheim.

Prinz Charles und Camilla begutachten Blumen, die die Menschen vor dem Buckingham Palace niedergelegt haben. Foto: imago images/i Images Vergrößern
Prinz Charles und Camilla begutachten Blumen, die die Menschen vor dem Buckingham Palace niedergelegt haben. © imago images/i Images

Immerhin stand schon vorab fest, dass die 30-köpfige Trauergemeinde keine eigenen Choräle würde anstimmen dürfen – auch dies verbieten die Corona-Vorschriften. In deutlicher Distanz von den Trauernden wird stattdessen ein Quartett, bestehend aus drei Mitgliedern des professionellen Kirchenchores sowie einem Gemeindemitglied, die üblichen Kirchenlieder singen. Kenner der Pläne zu „Forth Bridge“ prophezeiten, es werde der in der Royal Navy beliebte Choral „Eternal Father, strong to save“ dazugehören.

Auch der Schlusspunkt der Trauerfeier, so viel ist bekannt, spielt auf die Marine-Karriere des Verstorbenen an: Hornisten der Royal Marines lassen das Signal „Action Station“, also gefechtsbereit, erklingen.

Man wird dem Prinzen nicht zu nahe treten, indem man die Fanfare als kaum verhülltes Signal an die Hinterbliebenen wertet, sich die Tränen abzuwischen und wieder zu den Alltagsgeschäften überzugehen, wie es der Herzog selbst in langen Jahrzehnten praktiziert hatte.

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