Die Suchmaschine Google widmete Charles K. Kao und seiner Glasfaser-Technologie heute ein Doodle. Foto: Google
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Der „Vater der Glasfaser“ Charles Kuen Kao, Google und sein Vermächtnis

Charles K. Kao gilt als Erfinder der Glasfaser-Technologie. Heute wäre er 88 Jahre alt geworden, deshalb widmet ihm Google ein Doodle.

In Sekundenschnelle blitzen heute grüne Linien durch das Logo der Suchmaschine Google. Denn es gibt eine Technologie, die nicht nur Google, sondern unser aller Kommunikation ein ganzes Stück weiter gebracht hat: Glasfasern. Und anlässlich seines 88. Geburtstages widmet Google dessen Erfinder Charles K. Kao heute ihre Startseite. Höchste Zeit, mehr über den Physik-Nobelpreisträger zu erfahren.

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Charles K. Kao und sein Weg um die Welt

Im Jahre 1933 wird Charles Kuen Kao als Sohn eines Juraprofessors in Shanghai geboren. Kurz vor dem Einmarsch der Kommunisten flieht er mit seiner Familie nach Hongkong, damals britische Kolonie. Für sein Studium der Elektrotechnik zog es Kao später nach London, wo er 1965 seinen Doktor machte. Anschließend arbeitete er für ein Technologie-Labor und widmete sich der optischen Nachrichtenübertragung.

Trotz langjähriger Arbeit in England vergaß Kao nie seine Wurzeln. Er gründete die "Hongkong Independent Schools Foundation" und lehrte viele Jahre an verschiedenen Universitäten im asiatischen Raum. Später zog es ihn für die Arbeit in die USA.

Charles K. Kao hatte daher die britisch-amerikanische Staatsbürgerschaft und einen dauerhaften Aufenthaltstitel für Hongkong. Sein Leben lang blieb Kao ein Weltenbummler, fühlte sich aber Hongkong zugehörig.

Charles K. Kaos bahnbrechende Erfindung

In den 1960er-Jahren beschäftigte sich Kao in England vorrangig mit der Glasfasertechnologie in der Kommunikation. Er war davon überzeugt, dass gebündelte Glasfaser sich für die Übertragung digitalisierter Informationen sehr viel besser eigneten als die herkömmlichen Kupferkabel.

Zu dieser Zeit waren Charles K. Kao und seine Kollegen die ersten Wissenschaftler, die sich mit den Eigenschaften von Glasfasern beschäftigten. In einem 1966 veröffentlichten Paper beschrieb Kao gemeinsam mit George Hockham, dass die Geschwindigkeit von Glasfasern maßgeblich vom verwendeten Material abhinge. Sie arbeiteten daher nicht an dessen Abschaffung, sondern an der Senkung der Verunreinigung in den Fasern.

Durch seine Experimente konnte Kao schließlich erreichen, dass bei der Übertragung mit Glasfasern weniger als 17db/km verloren gehen. Mit der Einheit db/km wird in der Physik gemessen, inwiefern ein Signal in ihrer Stärke durch bestimmte Umweltfaktoren reduziert wird.

Ein solch geringer Datenverlust, wie Kao ihn erreichen konnte, galt damals als nahezu unmöglich und brachte die Kommunikation über Glasfaser weiter voran. Heute sind allein in Europa mehr als 40.000 Kilometer Glasfaserkabel verlegt.

Charles K. Kao bei einer Preisverleihung in Hongkong im Jahr 1996. Foto: picture-alliance/ dpa Vergrößern
Charles K. Kao bei einer Preisverleihung in Hongkong im Jahr 1996. © picture-alliance/ dpa

Die Welt ehrt Charles K. Kao

Der „Vater der Glasfaser“ galt nicht nur als renommierter Professor an zahlreichen Universitäten. Auch mit Auszeichnungen und Ehrungen wurde Kao vielfach der Dank für seine Arbeit zu Teil. Sogar der Asteroid „Kaokuen“ wurde im Jahr 1996 nach ihm benannt.

Die größte Ehrung erhielt er im Jahre 2009 mit dem Nobelpreis für Physik. Die Jury ehrte ihn für die „bahnbrechenden Errungenschaften“ auf dem Gebiet der Glasfasertechnologie. Zu diesem Zeitpunkt litt Charles K. Kao bereits an der Alzheimerkrankheit. Gemeinsam mit seiner Ehefrau gründete er in diesem Zusammenhang die „Charles K. Kao Foundation for Alzheimer's Disease“, um die öffentliche Wahrnehmung der Krankheit zu stärken.

Im Alter von 84 Jahren starb Charles K. Kao 2018 in einem Hospiz in Hongkong. Doch vergessen wird diesen Mann so schnell keiner. Denn ohne Glasfaser wäre die Welt – nicht nur während der Corona-Pandemie – ein ziemlich einsamer Ort.

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