Coronavirus auf dem Kreuzfahrschiff: Passagiere auf der „Diamond Princess“ winken mit Flaggen und Tüchern. Foto: REUTERS/Kim Kyung-hoon
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Coronavirus verbreitet sich auf Kreuzfahrtschiff Das Leben an Bord der „Diamond Princess“ in Bildern

Sit-Ups, Whisky und die Oscars: Passagiere des unter Quarantäne stehenden Kreuzfahrtschiffs „Diamond Princess “ geben Einblicke in ihren Alltag.

Wie lebt es sich an Bord eines Kreuzfahrtschiffs, das seit mehr als einer Woche unter Quarantäne steht? Während fast jeden Tag Meldungen mit neuen Coronavirus-Infektionen der Passagiere kommen, muss das Leben für die restlichen Menschen an Bord der „Diamond Princess“ irgendwie weitergehen. Wie ihr Alltag an Bord des Schiffs aussieht, dokumentieren sie in den sozialen Medien.

Seit dem 3. Februar liegt die „Diamond Princess“ vor der japanischen Stadt Yokohama vor Anker - und keiner der 3700 Passagiere und Crewmitglieder darf das Schiff verlassen. Der Grund ist die rapide Ausbreitung des Coronavirus an Bord. Inzwischen ist die Zahl auf 174 Fälle gestiegen. Ein Passagier, der das Schiff in Hongkong verlassen hatte, war zuvor positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Am Mittwoch teilte das japanische Gesundheitsministerium mit, dass 39 weitere Menschen positiv auf das Virus getestet wurden. Darunter befände sich auch ein Quarantäneoffizier, wie der japanische Gesundheitsminister Katsunobu Kato erklärte. Einige Passagiere twitterten am Mittwoch Live-Bilder davon, wie Neuinfizierten vom Schiff geholt und in Krankenhäuser gebracht werden.

Am Hafen wartet eine Kolonne von Rettungswagen, um Kranke abzutransportieren.

Die Passagiere sind instruiert, jeden Tag ihre Temperatur zu messen.

Außerdem verteilt das japanische Gesundheitsministerium Gesichtsmasken und benötigte Medikamente für die unter Quarantäne stehenden Menschen. Für Passagiere besteht auch die Möglichkeit, auf Englisch, Japanisch und mehreren anderen Sprachen mit Seelsorgern zu sprechen.

Besondere Freude gab es über die Möglichkeit, frische Luft zu schnappen. Während der ersten Tage der Quarantäne war es den Passagieren verboten, ihre Kabine zu verlassen. Nach einigen Tagen wurde es ihnen erlaubt, an Deck zu gehen. Sie müssen aber einen Sicherheitsabstand zu anderen Menschen halten.

Einige können trotz der bedrohlichen Situation die Aussicht auf Yokohama wertschätzen.

Körperliche Fitness ist wichtig. Die Passagiere machen Liegestützen und Sit-Ups in ihren Kabinen. Einige auch außergewöhnlichere Sportarten wie Zumba, eine Mischung aus Aerobic und lateinamerikanischen Tänzen.

Neben der Angst vor der Krankheit ist es vor allem die Langeweile, die vielen an Bord zu schaffen macht. Veranstaltungen wie die Oscarverleihung sind da eine willkommene Ablenkung. Die Passagiere konnten die Film-Gala live in ihren Kabinen verfolgen. „Wir haben nie Zeit, die Oscars live zu gucken“, twittert eine Frau. „Jetzt haben wir viel Zeit“. An Bord wurden Listen mit den Nominierten verteilt, so dass die Passagiere ihre Tipps abgeben konnten.

Besonders für Kinder ist die Quarantäne eine belastende Situation. Für sie hat die Crew der „Diamond Princess“ bunte Pakete mit Spielzeug zusammengestellt.

Ein Mittel für Erwachsene, die Langeweile zu bekämpfen: Alkohol. Laut einer Passagierin schwinden die Whisky-Vorräte an Bord.

Auch auf Online-Shopping muss nicht verzichtet werden. Eine Passagierin hat bei Amazon Japan bestellt - und prompt ihr Paket geliefert bekommen.

In den Twitter- und Instagrambeiträgen der Passagiere steht besonders das Essen im Vordergrund. Jeden Tag bekommen die Passagiere Frühstück, Mittag- und Abendessen, zubereitet von der Crew des Kreuzfahrtschiffs. Viele teilen Fotos ihrer Mahlzeiten und bedanken sich bei der Crew, die ihnen jeden Tag das Essen zubereitet.

Princess Cruises kündigte inzwischen an, allen Gästen die Kosten für die Kreuzfahrt zurückzuerstatten.

Am 19. Februar soll die Quarantäne beendet sein.

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