In diesem Gewächshaus bei Safed im Norden von Israel wird Cannabis für medizinische Zwecke produziert. Foto: Jim Hollander/EPA/dpa
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Cannabis auf Rezept Drei Jahre nach der Freigabe – 15000 Anträge bei der Barmer, Tendenz steigend

Mehr Patienten nutzen Cannabis auf Rezept gegen ihre Leiden. Die meisten Anträge kämen aus Bayern, berichtet die Krankenkasse.

Immer mehr Patienten wollen einem Bericht zufolge Cannabis auf Rezept. 2019 gingen bei der Barmer-Krankenkasse 6049 Anträge ein, wie die „Rheinische Post“ am Freitag unter Berufung auf eine unveröffentlichte Barmer-Studie berichtete.

2018 seien es noch 5238 Anträge gewesen. Insgesamt seien seit der Freigabe von Cannabis auf Rezept im März 2017 knapp 15.000 Anträge gestellt worden, hieß es weiter.

Dabei würden die meisten Anträge in Bayern und die zweitmeisten in Nordrhein-Westfalen gestellt, wie es in der Barmer-Studie hieß. Die Barmer-Medizinerin Ursula Marschall sagte der „Rheinischen Post“, die Krankenkasse hätte erwartet, dass vor allem die Alt-68er dem Verschreiben von Cannabis positiv gegenüberstünden.

Nun stellten die die 50- bis 59-Jährigen mit 30 Prozent zwar eine große Gruppe derjenigen, bei denen Cannabis verordnet wird; mit 21 Prozent entfällt aber auch ein hoher Anteil auf die 60- bis 69-Jährigen. 27,7 Prozent entfielen auf Patienten, die jünger als 30 Jahre sind.

Nach einer Gesetzesänderung können Ärzte Cannabis seit dem Frühjahr 2017 schwerkraschwerkranken Patienten vernken Patienten verordnen, denen nicht mehr anders geholfen werden kann. Cannabis wird unter anderem zur Behandlung von chronischen Schmerzen, Nervenschmerzen, bei grünem Star zur Reduzierung des Augeninnendrucks oder beim Tourettesyndrom eingesetzt. Verwendet werden Cannabisextrakte, Cannabisblüten oder einzelne Cannabinoide. (AFP)

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