Die Auswahl an verschiedenen Streaming-Diensten ist groß. Foto: madeaw - stock.adobe.com
© madeaw - stock.adobe.com

Netflix, Amazon, Sky und Co. Streamingportale im Überblick

Bislang haben Netflix und Amazon die etablierten TV-Sender vor sich hergetrieben. Nun drängen immer mehr VoD-Dienste auf den Markt. Ein Überblick.

Heute schon gestreamt? Am besten gleich als Bingewatch, auf dem Sofa oder am Tablet, eine ganze Serienstaffel in einem Rutsch. Jeder Zweite in Deutschland nutzt Netflix, Amazon & Co. Tendenz steigend. Hier mal „Game of Thrones“, dort „Stranger Things“ oder „Modern Love“ – laut einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung McKinsey geben die Deutschen für derlei exklusives Entertainment im Schnitt jährlich 112 Euro für Home-Video-Inhalte aus, doppelt so viel wie vor zehn Jahren.

Da ist DVD-Nutzung noch inbegriffen. Doch wer holt sich heute noch DVD ins Haus, wo ein Druck auf die Smart-TV-Fernbedienung ins Serien- und Filmreich trägt? Zig Apps nebeneinander. Die beliebtesten Streaming-Bezahlangebote in Deutschland sind Amazon Prime (30 Prozent) und Netflix (28 Prozent), gefolgt von Magenta TV und Sky Ticket. Insgesamt planen acht Prozent aller befragten Haushalte, einen neuen Streaming-Dienst wie Apple TV+ oder (demnächst) Disney+ zu abonnieren.

Wie groß wird der Streamingmarkt?

Diese Woche ist mit Joyn Plus+ ein weiteres kostenpflichtiges deutsches Streamingportal auf den Markt getreten. Zeit für eine Übersicht, Zeit zum Auswählen, Zeit für eine Tabelle (siehe unten): Welches Portal zeigt was? Was kostet das? Was passt für mich am besten? Wer kommt noch dazu, wie groß wird der Streamingmarkt?

Wie stark der Markt in Bewegung gerät, zeigt sich in Gänze beim Blick über den Atlantik. Dort befinden sich Netflix und Amazon bereits im Wettbewerb mit den neuen Playern Apple TV+ und vor allem Disney+. Der Abo-Dienst von Apple TV ist in Deutschland zwar bereits mit einem noch eher rudimentären Angebot gestartet. Disney+ ist in Europa bislang aber nur in den Niederlanden verfügbar, der große Europastart in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien steht am 31. März an.

In den USA zeigt Disney aber gleich von Beginn an Stärke: Zu den 500 Filmen und 80 Serien im Startkatalog gehören „Star Wars“-Produktionen wie „The Madalorian“, aber auch diverse Marvel-Filme und -Serien wie „Iron Man“, „Thor“, „Avengers“, Filme aus der „Indiana Jones“-Reihe und viele Disney-Animationsfilme. Viele der erfolgreichsten Filme und Serien, die über andere Streamingportale abgerufen werden konnten, gibt es dann auch bei uns künftig nur mit einem Abo bei Disney+. Der Startpreis von 6,99 Euro in den Niederlanden lässt erahnen, dass der Konkurrenzkampf nicht nur über Inhalte geführt wird – vom Frühjahr an verstärkt in Deutschland.

Deutsche Privatsender wollen dabei sein

Herausforderungen gibt es dabei allerorten: Zum Beispiel beim Pay-TV- und Video-on-Demand-Anbieter Sky, der mit der Streamingkonkurrenz besonders durch Dazn bereits zu kämpfen hat. Die Verträge mit HBO wurden zwar verlängert, inklusive der Ankündigung, weitere Koproduktionen in Angriff zu nehmen. Dennoch stellt sich die Frage, wie viele der High-Quality-Serien aus Übersee wie „Game of Thrones“ in mittlerer Zukunft noch via Sky zu sehen sein werden.

Die deutschen Privatsender wollen auf diesem boomenden Markt dabei sein, haben sich mit exklusiven Inhalten bei TV Now (RTL-Gruppe) und Joyn (ProSiebenSat1) platziert. Es geht bei dieser neuen Art Fernsehen aber nicht nur um Serien, Shows und Filme.

Sport bei Streaming-Diensten

Es fragt sich auch, die Erwähnung der reinen Sport-Streamingkanäle Eurosport2 und Dazn beweist es: Was ist mit den immer wichtiger werdenden Sportrechten, wo Olympia schon exklusiv auf die Eurosport Player App wandert und Dazn Fußball Champions League bringt? In den nächsten Monaten stehen neue Rechte-Verhandlungen an, bei Champions League und Bundesliga. Laut Insidern dürfte die Rolle von Amazon Prime, Dazn & Co. da eher größer, die Dienste damit noch wichtiger, exklusiver, vielleicht auch teurer werden.

Die Lust auf Streaming ergänzt das lineare Fernsehgucken, wenn es dieses bei jüngeren Zielgruppen nicht gar ersetzt hat. Portale wie Magenta TV mit einer großen Mediathek samt Serien die es zum Telekom-Anschluss für fünf Euro/Monat gibt (Nicht-Telekom-Kunden zahlen 7,95 Euro), tragen dem Rechnung.

Veränderte Nutzerverhalten – braucht es zum Fernsehgucken da überhaupt noch einen Kabelanschluss, wenn man mit Joyn Plus+ via Internet für 6,99/Monat mehr als 60 Sender in HD plus Premium-Serien wie „Dignity“ bekommt? Ein Paket bei Vodafone TV liegt da drüber – und ist nicht monatlich kündbar.

Netflix

Amazon Prime Video

Sky Ticket

Apple TV+

TV Now

Joyn

Eurosport Player

Dazn

Und was passiert in der Nische?

Auch Matthias Schweighöfer hat den Streamingmarkt entdeckt – mit Gründung der deutschen VoD-Plattform Pantaflix, vor allem für Fans von Independent-Filmen. Im Unterschied zu Netflix, Amazon Prime & Co. werden keine monatlichen Gebühren erhoben. Filme wie „Memento“ oder „Brasch“ (2,99 Euro) werden einzeln geliehen, sind dann für 30 Tage in der Mediathek verfügbar.

Ähnlich der VoD-Anbieter Rakuten TV, dessen App viele zu Hause auf Smart TV haben dürften. Die Leihpreise für Blockbuster wie „Fast & Furious“ oder „John Wick“ bewegen sich zwischen 0,99 und 6,99 Euro.

Für Arthouse-Fans bewährt hat sich der britisch-amerikanische Abo-Dienst Mubi: mit Buñuel-Klassikermn oder Kino aus Südkorea für 9,99 Euro/Monat. Auch interessant: Starzplay, ein Ableger des US-amerikanischen TV-Senders „Starz“, zubuchbar bei Amazon Prime mit Eigen-Qualitätsserien („Killing Eve“, „Pennyworth“).

Nicht zu vergessen: www.filmfriend.de, ein Video-Streaming-Angebot, das von Bibliothekskunden ohne zusätzliche Kosten genutzt werden kann, mit deutschen Klassikern, Dokumentationen, Kinderserien und ausgewählte internationale Produktionen.

Zur Startseite