Hoffnungsträger: "Stranger Things" mit Millie Bobby Brown as Eleven (Mitte) gehört zu den beliebtesten Serien von Netflix. In Kürze startet Staffel vier. Foto: Netflix
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Wieder mehr Werbeeinnahmen Die Zahlen hinter dem Netflix-Trick

Die Werbewirtschaft erholt sich von der Corona-Delle. Im Streaming steigen die Erlöse kräftig. Davon könnte Reed Hastings Dienst profitieren.

Netflix hat möglicherweise eine Lösung für das Abonnentenproblem gefunden: Nachdem die Kundenzahl erstmals leicht eingebrochen ist, was zu einem erheblichen Wertverlust an der Börse geführt hat, will der Streamingdienst - demnächst startet die vierte Staffel von "Stranger Things" mit Millie Bobby Brown in der Hauptrolle - bei den günstigeren Abos bis Jahresende Werbung zulassen.

Zudem soll es ein noch günstigeres, rein werbefinanziertes Einstiegsabo geben. Möglich sind beide Varianten nicht zuletzt, weil die Streamingumsätze auch 2022 der große Wachstumstreiber bei Audio- und audiovisuellen Medien bleiben.

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Nach einer Erhebung des Verbandes Privater Medien (Vaunet) steigen die Werbeumsätze der Branche in Deutschland 2022 um 4,2 Prozent auf 6,54 Milliarden Euro steigen. Die Werbeerlöse in Streamingangeboten werden hingegen deutlich stärker wachsen, prognostiziert wird erneut ein zweistelliges Plus. Für Videostreaming erwartet der Vaunet ein Werbeplus von 18 Prozent auf 1,35 Milliarden Euro, im Audio-Sektor wird eine Zunahme der Werbeeinnahmen um 15 Prozent auf 97 Millionen Euro erwartet.

Nutzung von audiovisuellen Medien nimmt zu

„Die Menschen verbringen mehr Zeit denn je mit der Nutzung von audiovisuellen Medien“, sagte Vaunet-Geschäftsführer Frank Giersberg. Dementsprechend sei hier auch die Werbung für Werbekunden immer wichtiger.

Die klassischen elektronischen Medien profitieren davon allerdings in geringerem Maße. Im Fernsehbereich werde es um ein Prozent auf 4,38 Milliarden Euro nach oben gehen, aber unter den Werten vor Ausbruch der Corona-Pandemie bleiben, so die Prognose. Die Umsätze beim Radio sollen stabil bei rund 707 Millionen Euro bleiben – und damit ebenfalls unter Vor-Corona-Niveau.

Im ersten Corona-Jahr 2020 waren die Werbeumsätze um knapp sechs Prozent gesunken. 2021 erholte sich die Werbewirtschaft wieder: Insgesamt wurde ein Plus von 10,7 Prozent erreicht, wobei die Werbeerlöse im Streaming um rund 30 Prozent zulegten.

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