Der Welt zugewandt: Andreas Cichowicz, Chefredakteur NDR Fernsehen und Moderator des "Weltspiegels" Foto:

Update Streit um den "Weltspiegel" in der ARD Verlängern - nicht verschieben!

Wann soll der "Weltspiegel" am Sonntag im Ersten laufen? ARD-Journalisten protestieren gegen Marginalisierung.

In der ARD regt sich erheblicher Widerstand gegen eine Verschiebung des Auslandsmagazins „Weltspiegel“ im Sonntagsprogramm des Ersten. Gerade in Zeiten von Fake News und einfachen Wahrheiten brauche es den „Weltspiegel“, „länger und nicht verschoben“, twitterte der NDR-Investigativjournalist Gabor Halasz am Mittwoch. Die ARD will das Vorabendprogramm am Sonntag ab April 2020 neu ordnen, weil die Serie „Lindenstraße“ Ende März abgesetzt wird. Demnach soll der „Weltspiegel“ auf dem prominenten Sendeplatz vor der „Tagesschau“ durch Sport ersetzt werden. Das Auslandsmagazin liefe dann eine knappe Stunde früher als bisher, der aktuelle Sendetermin der 40 Minuten Auslandsberichterstattung liegt bei 19 Uhr 20.

„Es ist noch keine definitive Entscheidung getroffen worden“, sagte der ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm auf Anfrage dem Evangelischen Pressedienst (epd). In der nächsten Woche kommt das ARD-Gremium mit der höchsten Weisheit, kommen die ARD-Intendantinnen und -Intendanten zu ihrer Hauptversammlung zusammen. Dabei sollen die Änderungen thematisiert werden. Laut ARD werden „derzeit mehrere Varianten diskutiert“.

Protestbrief von ARD-Journalisten

Mehr als 100 Auslandskorrespondenten der ARD und weitere Journalisten öffentlich-rechtlicher Sender wandten sich mit ihrer Kritik in einem Brief an die Intendanten und in einer Mail an ARD-Programmdirektor Volker Herres und ARD-Chefredakteur Rainald Becker.. Statt Informationsprogramme wie „Bericht aus Berlin“ und „Weltspiegel“ zu stärken, „werden sie in den vorliegenden Planungen zeitlich nach vorne verlegt und damit marginalisiert“, heißt es. In der aktuellen Diskussion um die Legitimation des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sei dies „eine schwere Hypothek und damit eine falsche Entscheidung". Der bisherige Sendeplatz am Sonntag um 19 Uhr 20 bis zur "Tagesschau" sei "bei unseren Zuschauern bekannt und eingeführt". Ein früherer Sendeplatz würde weniger Zuschauer erreichen, weil ein Informations-interessiertes Publikum erst später am Vorabend einschalte. (mit epd)

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