Bild aus besseren tagen: Rupert Murdoch (M.) mit den Söhnen James (r.) und Lachlan. Foto: imago/i Images
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Streit über redaktionelle Inhalte Sohn von Rupert Murdoch verlässt Medienkonzern

James Murdoch will die konservativen Ansichten seines Vaters, der US-Präsident Trump unterstützt, nicht mehr mittragen. Es gibt offiziell den Bruch.

Der Sohn des Medienunternehmers Rupert Murdoch, James Murdoch, zieht sich aus dem Vorstand des Zeitungsverlags News Corp zurück. Er begründete die Entscheidung in einem Schreiben mit Meinungsverschiedenheiten über redaktionelle Inhalte, die von den Medien des Verlagshauses veröffentlicht worden sind, wie unter anderem der Sender CNN am Freitag (Ortszeit) berichtete. Zu News Corp gehören Zeitungen wie das "Wall Street Journal" und die "New York Post" sowie die britische Boulevardzeitung "The Sun".

James Murdoch hatte sich in der Vergangenheit von seinem 89 Jahre alten Vater sowie von seinem älteren Bruder Lachlan distanziert und sich zunehmend von deren konservativen Ansichten abgegrenzt. Im Juli war bekannt geworden, dass James Murdoch gemeinsam mit seiner Frau mehr als eine Million Dollar für den Wahlkampf des demokratischen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden gespendet hat.

Rupert Murdoch gilt bei Republikanern als einflussreiche Figur. Zu seinem Medienkonzern gehört auch die Fox Corporation, die unter anderem den bei US-Präsident Donald Trump beliebten Fernsehsender Fox News betreibt. Bereits im vergangenen Jahr hatte James Murdoch in einem Interview gesagt: "Es gibt Ansichten, bei denen ich mit Fox wirklich nicht übereinstimme."

James gilt als liberaler als sein Bruder Lachlan, der als Nachfolger seines Vaters gehandelt wird. Co-Vorstandschef des Medienkonglomerats ist Lachlan schon, zudem Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer von Fox Corp.

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Zuletzt hatte sich James Murdoch beim Thema Klimaschutz engagiert und Murdoch-Publikationen für ihre Berichterstattung über den Klimawandel kritisiert. Erst im Januar zeigten sich er und seine Ehefrau über einen Sprecher enttäuscht über die Berichterstattung in Blättern von News Corp, die eine Verbindung zwischen dem Klimawandel und verheerenden Waldbränden in Australien leugneten. Sein Vater Rupert hatte sich in der Vergangenheit als Klimaskeptiker bezeichnet.

Mehr als 280 Journalisten des „Wall Street Journal“, der zu News Corp gehört, schickten erst kürzlich einen Brief an den Verleger, in dem sie den Meinungsteil kritisierten. Darin würden Ungenauigkeiten verbreitet und Glaubwürdigkeit bei Lesern und Quellen untergraben. In einer Stellungnahme teilten Rupert und Lachlan Murdoch mit, sie seien James für seine jahrelange Tätigkeit dankbar. "Wir wünschen ihm das Beste für seine zukünftigen Vorhaben." (Tsp)

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