Helmut Thoma, einer der einflussreichsten Medienmanager in Deutschland. Foto: dpa
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RTL-Erfinder Helmut Thoma wird 80 Privatfernsehen, seicht und seriös

Er kam, sah und sendete: Helmut Thoma machte RTL zum erfolgreichsten Privatsender Deutschlands. Jetzt wird er 80.

RTL war nicht der erste deutsche Privatfernsehsender, das war Sat 1. Aber RTL hatte mit Helmut Thoma einen Manager, der mit markigen Sprüchen und Geschäftssinn das am 2. Januar 1984 gestartete Programm schnell in die öffentliche Aufmerksamkeit und in die Gewinnzone brachte. „Im Seichten kann man wenigstens nicht ertrinken“, das war die Kampfansage ans „sozialdemokratische Belehrungsfernsehen“ von ARD und ZDF.

Also ließ der „25-Mann-Betrieb“ Hugo Egon Balder die Spielshow „Tutti Frutti“ mit viel nackter Haut präsentieren, die gezeigten Lederhosen-Filmchen waren unterste Erotik-Schublade. Aber schon bei den Nachrichten war Seriosität Pflicht. „RTL aktuell“ mit Peter Kloeppel bot und bietet ernsthaftes Informationsfernsehen, die Erfindung der Daily Soap „GZSZ“ oder der Kauf der Formel-1Rechte bezeugen Thomas Gespür für attraktives Fernsehen.

Fürs Privat-TV wurde Helmut Thoma nicht in Wien nicht geboren. Das Gymnasium brach er ebenso wie eine Molkereilehre ab, nach diesen wilden Jahren holte er den Schulabschluss ab, studierte Jura und promovierte gerade einmal mit 23 Jahren. Aus der Rechtsabteilung des Österreichischen Rundfunks brach er Richtung Radio Luxemburg auf, um mit dessen deutschem Privatfernseh-Ableger RTL die nächsten wilden Jahre zu beginnen – und zu einem einflussreichen Medienmanager zu werden.

RTL führte Thoma bis 1998, seitdem versuchte er sich vergeblich an einem bundesweiten Netz aus Regionalfernsehsendern und grantelt gekonnt wie eh und je übers TV-Wesen. Bei RTL „kommt nichts Neues“, Streaming-Anbieter wie Netflix werden wohl scheitern, die immergleichen Serien würden die Zuschauer irgendwann langweilen. Das lineare Fernsehen werde nicht verschwinden, wenn Virtual Reality Einzug in die Programme hielte.

Der Ösi, der sich in Fernseh-Deutschland was traut. Am 3. Mai wird Helmut Thoma 80 Jahre alt. Joachim Huber

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