Gelb und gefährlich: "Schlangen - Wahrheit und Mythos" sind ein Programmpunkt bei Geo Wild. Foto: RTL
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Neuer TV-Sender mit Natur und Tier „Keine reißerischen Angebote“

„Geo Wild“ will hochwertige Natur- und Tier-Dokus rund um die Uhr senden. Interview mit dem RTL-Verantwortlichen Oliver Schablitzki

Herr Schablitzki, am Montag startete der neue TV-Sender „Geo Wild“. Versprochen werden hochwertige Inhalte aus der Welt der Natur- und Wildlife-Dokumentationen. Meiner Erfahrung nach ist schon jeder Elefant über deutsche Bildschirme getrottet. Was also bietet Geo Wild Neues?

Das Besondere bei allem, wo Geo draufsteht, ist das Qualitätsversprechen: Geo Wild zeigt hochwertige Naturdokumentationen mit faszinierenden Bildern, informativ und gleichzeitig unterhaltend. Es ist eben nicht more of the same, sondern der bewusste Versuch, dem erfolgreichsten Genre unseres Dokumentationskanals Geo Television eine eigene Präsenz zu eröffnen. Dabei grenzen wir uns auch bewusst von teils reißerischen Angeboten im Wettbewerb ab. Und wir verstehen das Angebot als familienaffin.

Na ja, angekündigte Titel wie „Ein Waisenhaus für Nashörner“ oder „Wildes Nordamerika“ klingen wie Wiederholungen. Wie hoch ist der Anteil der Erstausstrahlungen an einem Durchschnittstag?

Geo Wild ist kein klassischer TV-Kanal, sondern stellt all seine Programme ausschließlich auf Abruf bereit. Und ein großer Teil der bereitgestellten Dokumentationen wird tatsächlich exklusiv auf Geo Wild und zudem als Premiere zu sehen sein. Übrigens auch das „Waisenhaus für Nashörner“: Es ist eine dreiteilige Dokumentationsreihe, die als Deutschlandpremiere bei Geo Wild zu sehen ist. Zu Beginn starten wir mit über 100 Programmstunden im ersten Jahr auf Abruf; davon sind direkt schon rund 40 Prozent Premieren. Und das Angebot wird dann stetig und sehr rasch ausgebaut. Zudem haben wir damit begonnen, in Produktionen vor Fertigstellung zu investieren, um auch langfristig den Nachschub für neue, exklusive Inhalte zu sichern.

Geo Wild will Unterhaltung mit Lerneffekten verbinden. Wie soll das denn erreicht werden?

Wenn Unterhaltung gut gemacht ist, lernen Zuschauer quasi, ohne es zu bemerken. Ich denke, darum geht es: mit vielfältigen Geschichten aus der Natur- und Tierwelt fesseln, begeistern und hier und da Denkanstöße geben. Das reicht vom Wissen über Tiere, ihr Verhalten, ihre Lebenswelt bis hin zum Aspekt des Artenschutzes und der Nachhaltigkeit. Wenn man Menschen dazu bringt, sich für die Natur zu interessieren, kommt ein veränderter Umgang mit ihr automatisch hinzu – das ist die Idee.

Was macht Sie sicher, dass es dafür ein zahlungswilliges Publikum gibt?

Der Blick auf den Markt beweist, dass Zuschauerinnen und Zuschauer zunehmend bereit sind, für qualitativ hochwertigen Content zu zahlen. Was mit Live-Sport begonnen hat, gilt mittlerweile auch für Serien und Dokumentationen. Geo Wild setzt auf diesem Bedürfnis auf, indem es Inhalte eines Genres bündelt und für die Zuschauer zeitsouverän zur Verfügung stellt. Das heißt, wer hochwertige Wildlife-Dokumentationen sehen möchte, kann das rund um die Uhr bei Geo Wild tun.

Das neue Angebot entspringt aus der Kooperation der Zeitschrift „Geo“ mit RTL Deutschland. Ist das ein erstes Ergebnis davon, dass RTL sich den Verlag Gruner + Jahr einverleibt hat? Und: Folgen weitere Projekte?

Mit der „Geo“-Redaktion arbeiten wir ja bereits seit dem Start von Geo Television vor sieben Jahren sehr intensiv zusammen. Die Zusammenarbeit lebt vor allem von einem regen Ideenaustausch. Damit sind wir mit der Fantasie sicherlich noch nicht am Ende, und da sind auch weitere, spannende Ideen in Planung. Die Zusammenarbeit ist sehr produktiv und führt nicht zuletzt deswegen dazu, dass wir unseren gemeinsamen Dokumentationssender stetig weiterentwickeln können.

Wo ist der Sender zu welchem Preis zu empfangen?

Geo Wild ist am Montag zunächst im Kabelnetz bei Vodafone gestartet. Für den Empfang der Inhalte benötigt der Zuschauer ein Empfangsgerät mit Video-on-Demand-Funktionalität. Zudem muss das vom Kunden gebuchte TV-Paket Zugang zu HD-Sendern bieten. „Dazu gehören unter anderem alle GigaTV-Boxen. Für Kunden ohne GigaTV muss das gebuchte TV-Paket zumindest Zugang zu HD-Sendern bieten. Eine weitere Aufschaltung auf weitere Plattformen wie TVnow/RTL+ ist sukzessive geplant.

Die Fragen stellte Joachim Huber.

Oliver Schlabitzki

leitet den Bereich

Multichannel bei RTL Deutschland.

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