Der Deutsche Journalisten-Verband DJV vertritt 32 000 Mitglieder, vom Landesverband DJV BB distanziert er sich jedoch. Screenshot: Tsp
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Nach "absurden" Tweets DJV distanziert sich von Landesverband

Dauerstreit um Berlin-Brandenburger Landesverband: Warum der Deutsche Journalisten-Verband gegen den DJV BB machtlos ist.

Für eine Journalistenorganisation sind das krasse Thesen: Deutschlands Schulen seien ideologisch verseucht, Kinder würden wie in der DDR indoktriniert und es sei Zeit für eine Erneuerung des Radikalenerlasses. Das twitterte vor einigen Tagen der Deutsche Journalisten-Verband Berlin-Brandenburg.

Den Verband gibt es tatsächlich, allerdings liegt er seit 2004 im Dauerstreit mit dem DJV-Bundesverband. Bereits mehrfach hat dieser erfolglos versucht, den missliebigen Landesverband mit seinen speziellen Ansichten auszuschließen, ist damit aber aus vereinsrechtlichen Gründen vor Gericht gescheitert. Vor 15 Jahren begann der Streit, nachdem eine rechtsextreme Gruppe den Landesverband unterwandern wollte. Heute wirft der Bundesverband dem DJV BB und speziell deren Vorsitzenden Klaus D. Minhardt vor, den Landesverband zur Verbreitung seiner abstrusen Thesen zu missbrauchen. „Wir haben uns bereits unzählige Male vom ,Landesverband‘ Brandenburg distanziert und tun dies anlässlich der jüngsten Entgleisungen gern erneut“, erwiderte der Bundesverband via Twitter.

Ein Blick auf die Mitgliederzahlen gibt Aufschluss über die Situation. Der Journalistenverband Berlin-Brandenburg (JVBB), den der DJV als rechtmäßigen Landesverband ansieht, vertritt 1700 Mitglieder. Der DJV BB gibt an, 110 Mitglieder zu vertreten, lässt jedoch den Bundesverband nicht in seine Mitgliederliste schauen. Weitere Möglichkeiten, Irritationen wie durch die jüngsten Tweets zu vermieden, gibt es nach Angaben von Hendrik Zörner, Sprecher des Bundesverbandes, nicht. Man sei da auch juristisch am Ende des Weges angekommen.

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