Bekannt vor allem als Wirt aus der ARD-Serie "Lindenstraße": Der griechische Schauspieler Kostas Papanastasiou. Foto: picture alliance / dpa
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Kostas Papanastasiou ist tot Der griechische Wirt aus der „Lindenstraße“ ist gestorben

Markus Ehrenberg

Er gehörte zum Inventar der „Lindenstraße“: Kostas Papanastasiou, der griechische Wirt aus dem TV-Lokal „Akropolis“, ist tot. Ein Nachruf.

Wenn es sie denn gibt, diese eine Serienrolle, mit der dich halb Deutschland kennt: der griechische Schauspieler Kostas Papanastasiou hatte sie. Im deutschen Fernsehen wurde er vor allem durch die Rolle des Wirtes Panaiotis Sarikakis bekannt, den er in der ARD-Serie „Lindenstraße“ von 1985 bis 1996 verkörperte. Bis zu sieben Millionen Zuschauer saßen Woche für Woche bei Sarikakis im TV-Lokal „Akropolis“.

Nun ist er im Alter von 84 Jahren gestorben, wie der Tagesspiegel aus dem näheren Freundeskreis des Schauspielers erfuhr.

Immer ein bisschen hintersinnig, manchmal grollend, die Gitarre griffbereit, sehr stolz und ernst, wenn er den Ouzo servierte - es braucht wenig Fantasie für die Annahme, dass die Schere zwischen Sarikakis, dem Wirt im „Akropolis“ und Papanastasiou, der im echten Leben ein griechisches Lokal in Charlottenburg führte, nicht all zu groß war.

Auch deshalb gingen und gehen „Lindenstraße“-Fans in das in der Berliner Grolmannstraße gelegene „Terzo Mondo“, in dem auch Konzerte veranstaltet werden. Manchmal griff Papanastasiou selber zum Instrument, wurde respektvoll der „Zeus vom Savignyplatz“ genannt. 45 Jahre lang führte er das Lokal. 2018 übernahm sein Sohn die Leitung.

Treffpunkt der linken Szene Westberlins

Das Lokal wurde zu einem Treffpunkt der linken Szene West-Berlins und passte damit genauso gut zum Impetus der Familienserie von Hans W. Geißendörfer, zu dessen Stammpersonal Papanastasiou elf Jahre gehörte, wie dessen humanitäre Hilfe für Georgien.

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1996 verabschiedet sich der Lindenstraße“-Wirt aus dem „kalten, ausländerfeindlichen Deutschland“ und kehrt in seine Heimat Griechenland zurück. Nach seinem Ausscheiden aus der Serie wurde es ruhiger um den Schauspieler, zu dessen Vita auch ein Architekturstudium sowie Rollen unter der Regie von Bernhard Wicki („Das Spinnennetz“) und im Musical „Inselkomödie“ im Theater am Schiffbauerdamm gehören.

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2011 gab Papanastasiou ein Konzert im Kammermusiksaal der Philharmonie anlässlich seines 55-jährigen Aufenthaltes in Berlin. Ein Jahr später wurde er für sein soziales Engagement mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Zuletzt soll er schwer dement gewesen sein.

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