Die Ex-Finalistin Lijana von "Germanys Next Topmodel" bei einem Fototermin. Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa
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„Germany's Next Topmodel“ in der Kritik Ex-Kandidatinnen erheben schwere Vorwürfe

Eingeölte Füße, psychische Belastung und Manipulation: Die alljährlichen Vorwürfe gegenüber „Germany's Next Topmodel“ klingen in diesem Jahr besonders laut.

Die 17. Staffel von Germany's Next Topmodel ist vorbei - und trotz guter Quote gegen Ende von heftiger Kritik überschattet worden. In der vergangenen Woche gingen gleich mehrere Videos verschiedener Ex-Kandidatinnen online, in denen interne Einblicke in die Produktion der Sendung gegeben wurden.

Lijana Kaggwa schaffte es 2020 bis ins Finale und stieg dann während der Live-Sendung aus. Als Grund gab sie extremes Mobbing, bis hin zu Morddrohungen, an. In zwei Youtube-Videos erklärte sie nun, Produktionsfirma und Redaktion hätten das Geschehen am Set sowie die Leistung der Kandidatinnen manipuliert. 

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Kritik an den Arbeitsbedingungen

Sie beschreibt, die Redakteure würden am Set absichtlich Streit zwischen den Kandidatinnen erzeugen, ihre O-Töne in den Interviews durch bestimmte Fragetechniken bewusst manipulieren. Laut Kaggwa stellten die Redakteure zwar offene Fragen, forderten die Teilnehmerinnen jedoch dazu auf, diese in ihrer Antwort aufzugreifen und erhielten so gewünschet Aussagen. So sei sie zur “Zicke” der Sendung gemacht worden. “Das war alles Schnitt und Redaktion” erklärte sie im Video.

Während der gesamten Dreharbeiten habe man keinen Zugriff auf seine Handys oder andere Medien, dürfe die “Model-Villa” nicht eigenständig verlassen, nicht einmal selbst einkaufen gehen, erzählt Kaggwa. Die Teilnehmerinnen würden bewusst unter Stress gesetzt, um interne Konflikte zu schüren. 

Sie berichtet sogar, Redakteure hätten einigen der Kandidatinnen vor dem entscheidenden Abschlusswalk die Füße eingeölt, damit diese keinen Halt in ihren Schuhen hatten und stürzten. Auch von verminderter oder verspäteter Hilfeleistung bei Unfällen ist die Rede. Teilweise seien Ärzte erst viel zu spät ans Set geholt worden. Nach der Veröffentlichung ihres Videos äußerten sich weitere Ex-Kandidatinnen kritisch.

Zuletzt hatte nun auch der Youtuber “Rezo”, bekannt für Videos wie “Die Zerstörung der CDU”, die Sendung aufgegriffen. Er fasst darin bekannte Vorwürfe zusammen: Minderjährige würden in der Sendung sexualisiert, gegen ihren Willen zu Nacktshootings oder Shootings mit nackten Männern genötigt.

Auch das Thema des “Bodyshaming” greift er auf und kritisiert das ungesunde Körperbild, das die Sendung über Jahre vermittelt habe. In seinem Fazit fragt er, warum Heidi Klum und ihre Sendung eigentlich “noch nicht gecancelt” seien. 

Nutzer in den sozialen Medien reagierten gemischt auf das Video des Youtubers. Einige zeigten sich geschockt, andere wiederum merkten an, dass all das ja seit langem bekannt sei. Beim Finale äußerte Heidi Klum sich nicht zu den Vorwürfen. (Tsp)

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