Dieses von der Stadtpolizei Zürich zur Verfügung gestellte Foto zeigt die von Unbekannten in Grün eingefärbte Limmat. Foto: STADTPOLIZEI ZÜRICH/dpa
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Update Limmat in Zürich giftgrün gefärbt Polizei prüft, Verursacher für Einsatz zahlen zu lassen

Bilder des grün gefärbten Flusses Limmat machten Furore. Nun ermittelt die Polizei gegen unbekannt. Klimaaktivisten bekannten sich zur Aktion.

Nach der plötzlich giftgrünen Färbung des Flusses Limmat in Zürich ermittelt die Polizei gegen unbekannt. Es soll sich um eine Aktion von Klimaaktivisten handeln, aber die Polizei hatte bis Mittwoch keine verdächtigen Personen identifiziert, wie ein Polizeisprecher sagte. Unter anderem werde geprüft, ob die Verursacher für den Polizeieinsatz zur Kasse gebeten werden können.

Klimaaktivisten hatten sich am Dienstagnachmittag im Stadtzentrum in dem plötzlich giftgrünen Fluss treiben lassen. Am Ufer sprachen sie mit Passanten über Klimaprobleme. Nach etwa einer halben Stunde war der Farbeffekt verschwunden. Die Gruppe Extinction Rebellion Zürich veröffentlichte auf Facebook einen Film der Aktion: „Rebellieren oder Untergehen“.

In einem weiteren Facebook-Beitrag bekennt sich die Gruppe zu der Farbaktion: „Extinction Rebellion Zürich hat am Dienstagmittag die Limmat mit grüner Farbe eingefärbt.“

Das Wasser sei mit Uranin verfärbt worden, einem wasserlöslichen Natriumsalz, teilte die Polizei mit. Es sei nach Untersuchungen des Amtes für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) für Menschen und Umwelt ungefährlich. Dennoch ermittelten die Beamten wegen möglicher Verstöße gegen das Gewässerschutzgesetz. Ob es zu einer Anklage komme, entscheide die Staatsanwaltschaft, teilte die Polizei mit.

Extinction Rebellion (Rebellion gegen das Aussterben) macht seit Ende 2018 weltweit immer wieder mit spektakulären Protestaktionen auf sich aufmerksam. Die Graswurzel-Bewegung mit Ablegern in verschiedenen Ländern will damit Regierungen zum Umdenken in der Klimapolitik bringen.

26.06.2018, Berlin: Aktivisten der Umweltschutz-Organisation Greenpeace tragen rund um den Großen Stern an der Siegessäule ökologisch abbaubare und abwaschbare Farbe auf. Foto: Greenpeace Germany/dpa Vergrößern
26.06.2018, Berlin: Aktivisten der Umweltschutz-Organisation Greenpeace tragen rund um den Großen Stern an der Siegessäule ökologisch abbaubare und abwaschbare Farbe auf. © Greenpeace Germany/dpa

Mit einer vergleichbaren Aktion hatte Greenpeace im Sommer 2018 für Furore gesorgt. Aktivisten verteilten auf dem Großen Stern in Berlin gelbe Farbe. Sie wollten damit für einen schnellen Kohleausstieg demonstrieren. Die Berliner Polizei teilte mit, Aktivisten hätten „die Fahrbahn des Verkehrsknotenpunkts mit Farbe überzogen und so in eine Rutschbahn verwandelt“. Motorrad- und Fahrradfahrer seien gestürzt. Es habe Verkehrsunfälle mit Sachschäden und zahlreiche Gefahrenbremsungen gegeben.

Die Staatsanwaltschaft nahm Ermittlungen wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr auf – und vollstreckte am 7. November bundesweit 29 Durchsuchungsbeschlüsse.

Berlins Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) hatte sich anschließend kritisch zu den Durchsuchungen der Staatsanwaltschaft geäußert. Dem Tagesspiegel sagte er: „Die Frage nach der Verhältnismäßigkeit ist berechtigt. Wie in vergleichbaren Verfahren wurde die Staatsanwaltschaft bereits um einen Bericht gebeten, der auch die Frage nach der Verhältnismäßigkeit umfasst.“ (Tsp/dpa)

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