Segeln in Berlin und Brandenburg

Segeln: Selten habe ich die Welt so schön vergessen. Foto: Bielefeld
Liebeserklärung ans Segeln Ein Mann, ein Boot

SEGELN IN BERLIN UND BRANDENBURG

VORAUSSETZUNGEN 

In der Hauptstadt teilen sich Freizeit-

und gewerbliche Schifffahrt eine Wasserstraße. Darum ist Berlin das einzige Bundesland, das überall einen Segelschein zum Lenken eines Bootes verlangt – falls dessen Segel mehr als drei Quadratmeter, etwa ein Bettlaken, groß ist. Die Wasserschutzpolizei kontrolliert streng. Der „Sportbootführerschein Binnen unter

Segel“ kostet zwischen 513 und 590 Euro (z.B. in Berlins größter Segelschule „Hering“ oder seiner ältesten, „Segelschule Berlin“) und erfordert mindestens 20 Stunden Theorie und Praxis.

BOOT LEIHEN 

Kleinere Jollen und offene Kielboote

lassen sich an den großen Seen Berlins und Brandenburgs während der Saison (März bis Oktober) spontan mieten. Ein Tag Freiheitsgefühl kostet beispielsweise am Müggelsee ab 70 Euro. In Deutschland muss man dafür überall erste Kenntnisse nachweisen. Einen Grundschein stellt der Deutsche Segler-Verband aus.

LEINEN LOS!

Auf Kanälen ist Segeln wegen der Gefahr durch Frachtschiffe verboten, also: Motor an! Wer keinen Motor hat, segelt auf

einem der bekannten Seen. Auf dem

weiten Wannsee lassen sich auch größere Schiffe mit viel Tempo bewegen.

Auf dem Tegeler See ist das Segeln wegen der engen Ufer und drehenden Winde taktisch anspruchsvoller, dafür gibt es hier Fischreiher und andere Wasservögel zu beobachten. Mehrtägige Touren vom Revier Oberhavel mit dem Naturschutzgebiet um den Nieder-Neuendorfer See führen auf dem Oder-Havel-Kanal bis nach Stettin oder an die Ostsee. Das

Revier Unterhavel geht durch Potsdam und den Templiner See, vorbei an Caputh, wo schon Einstein segelte. Über die Dahme und idyllische Kanäle gelangt man bis an den Scharmützelsee.

ÜBERNACHTEN UND EINKEHREN 

Die Schilder mit der gelben Welle kennzeichnen Gastliegeplätze. Bei der Routenplanung mit Wasserwanderkarten am

besten bereits mögliche Stationen

anrufen und fragen, ob etwas frei ist. Dort kann man fern der trubeligen Häfen ruhig übernachten und auch die sanitären Einrichtungen nutzen. Wer Schiffe von Weitem bevorzugt, beißt im Loretta am Wannsee in einen Leberkäse, beobachtet Segel hoch am Wind und kommt mit

anlegenden Experten ins Gespräch. von Julia Prosinger

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