Der waghalsige Motorradfahrer

Barry Sheene war einer der erfolgreichsten Motorradsportler Großbritanniens. Foto: Alamy Stock Photo
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BARRY SHEENE
Meine zwei älteren Brüder besaßen, als sie jung waren, ein Motorrad. Beide hatten fürchterliche Unfälle, beide endeten mitten in der Nacht auf dem OP-Tisch, beide musste mein Vater aus dem Krankenhaus abholen. Nie wieder!, erklärte er – und verbot mir das Fahren. Nur auf einem Feld hinter dem Gartencenter, das er betrieb, durfte ich manchmal unter Aufsicht meiner Brüder üben. Na ja, und heimlich borgte ich mir eine Maschine von einem meiner Freunde aus. In den 70er Jahren besaß der Motorradsport eine unglaubliche Anziehungskraft auf uns Jungs, weil Barry Sheene ihn populär gemacht hatte. Er war Weltmeister und ein Jugendidol, genauso wie James Hunt in der Formel 1. Zwei junge Männer mit Sexappeal, die mit Supermodels ausgingen und jedes Wochenende in einem Privatjet woandershin flogen. Und das als Engländer! Glamour gab es doch sonst nur in den USA. Sheene fuhr waghalsig, rauchte Kette und bestand buchstäblich aus Metall, weil er sich seine Knochen so oft gebrochen hatte. Einmal hörte ich, er würde eine Rennstrecke besuchen, die 20 Kilometer entfernt von unserer Stadt lag. Auf meinem Fahrrad bin ich hingefahren, stand am Zaun, sah Sheene und konnte es nicht fassen: Der Kerl aus den Medien steht auf demselben Feld wie ich!

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