Wer in einer Nachtschicht arbeitet, muss die fehlende Stunde nicht nachholen. Foto: Mary Turner/REUTERS
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Arbeiten während der Zeitumstellung Kriegt man die fehlende Stunde bezahlt?

Die meisten Menschen verschlafen die Zeitumstellung – und beklagen sich über Müdigkeit. Aber was gilt für diejenigen, die eine Nachtschicht im Job schieben?

In der Nacht von Samstag auf Sonntagwerden die Uhren von 2.00 auf 3.00 Uhr vorgestellt. Ab dann gilt in allen Ländern Europas wieder die Sommerzeit. Immer mehr Berufstätige klagen über Probleme infolge der Zeitumstellung. 35 Prozent der Arbeitnehmer bereitet der Dreh an der Uhr Schwierigkeiten beim morgendlichen Aufstehen, wie die Kaufmännische Krankenkasse KKH am Dienstag in Hannover mitteilte. 2019 seien es 31 Prozent gewesen, 2016 nur 23 Prozent. Die Kasse berief sich auf eine aktuelle Forsa-Untersuchung, für die rund 1.000 Bundesbürger repräsentativ befragt worden waren, darunter 698 Erwerbstätige.

Jeder vierte Erwerbstätige ist demnach außerdem in den Tagen nach der Zeitumstellung tagsüber gereizt oder müde. Rund ein Fünftel der Befragten mit Job klage über Einschlafprobleme am Abend. Auch diese beiden Werte sind der Kasse zufolge in den vergangenen Jahren gestiegen.

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Entspannungstechniken können helfen

„Die Zeitumstellung fällt vor allem Menschen schwer, die an feste Aufsteh- und Arbeitszeiten gewöhnt sind oder bereits unter Schlafstörungen leiden“, sagte KKH-Ärztin Sonja Hermeneit. Sie rät, die Anpassung an die neue Zeit mit Hilfe von Entspannungstechniken, guter Schlafhygiene und häufigeren Erholungspausen zu beschleunigen - ohne tagsüber zu schlafen. „So pendeln sich innere Uhr und Tagesablauf innerhalb weniger Tage wieder aufeinander ein.“

Weiteren Umfragen zufolge sprechen sich rund drei Viertel der Deutschen für eine Abschaffung der Zeitumstellung aus. Eigentlich war ihr Ende bereits im Jahr 2019 vom Europäischen Parlament besiegelt und für 2021 terminiert worden. Allerdings konnten sich die EU-Staaten bislang nicht auf eine neue Regelung einigen. 

Fehlende Stunde muss nicht nachgearbeitet werden

Während die meisten eine Stunde Schlaf verlieren, verkürzt sich bei Menschen in der Nachtschicht die Arbeitszeit. Was bedeutet die Zeitumstellung für sie? Wer Nachtschicht hat, muss eine Stunde weniger arbeiten, sofern vertraglich nichts anderes festgelegt ist. Diese Stunde bekommen Beschäftigte dann auch nicht bezahlt, erklärt der DGB Rechtsschutz. Wer einen festen Monatslohn bekommt, kann sich freuen - denn die fehlende Stunde hat darauf keine Auswirkung.

Wer nach Stunden bezahlt wird, verliert aber laut DGB Rechtsschutz den Anspruch auf Bezahlung. Auch die Nachtschichtzuschläge für die Stunde entfallen in jedem Fall. Die gute Nachricht wiederum: Beschäftigte müssen die fehlende Stunde nicht nacharbeiten. (KNA/dpa)

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