Die Weinanbaugebiete im Umland

Architektur und Trauben. Im modernen Kubus des Weingut D’Arenberg (links) testen bald Touristen Weine, die im Tal des McLaren Vale wachsen Foto: Ulf Lippitz
Adelaide Hier herrscht eine Euphorie wie im Berlin der 90er

CLARE VALLEY

Etwa zwei Stunden Autofahrt nördlich von Adelaide liegt das Clare Valley, eines von mehreren Weinanbaugebieten, die zusammen die sogenannte Adelaide Superzone bilden. Das Clare Valley erhebt sich rund 500 Meter über dem Meeresspiegel, im Winter gibt es regelmäßige Niederschläge und kühle Nächte. Dank des mediterranen Klimas wachsen hier Chardonnay-, Riesling- und Sémillontrauben.

Ein Radwanderweg, der Clare Valley Trail, führt 36 Kilometer durch das Tal. An ihm liegen viele der rund 40 und oftmals kleinen Weingüter. Sehr bekannt ist das 1851 von österreichischen Jesuiten gegründete Weingut Sevenhills, das älteste in der Region. Es ist für seinen Riesling berühmt und enthält im Namen eine Anspielung auf die sieben Hügel von Rom – vielleicht weil man sich wegen der missionarischen Grundlagenarbeit für mindestens genauso wichtig hielt wie die heilige Stadt.

Noch heute zeugt die Natursteinkirche von dem spirituellen Erbe des Tals. Der Bau war ein „Work in Progress“, der Turm ist bis heute nicht fertig geworden. Im angeschlossenen Weinkeller können Touristen an Kostproben teilnehmen. Mehr Infos unter sevenhill.com.au.

BAROSSA VALLEY

Das wohl bekannteste Anbaugebiet Australiens liegt nur eine Stunde mit dem Auto entfernt und nordöstlich von Adelaide. Vor allem Shiraz wird in der Gegend angebaut. Deutsche Einwanderer haben die kleinen Orte geprägt. Der größte Berg heißt Kaiserstuhl, einer der populärsten Weine stammt vom Weingut Seppeltsfields – benannt nach dem Gründer Joseph Ernst Seppelts. Heute ist das Gut dafür berühmt, dass man in dem historischen Keller einen Port seines Geburtsjahrgangs trinken kann. Prince Charles hat das beispielsweise vor einigen Monaten getan (mehr unter seppeltsfields.com.au).

Jüngere Weinbauern haben sich im Kollektiv Artisans of Barossa zusammengeschlossen und kombinieren im Restaurant die Küche mit den Weinen der Region (Reservierung unter artisansofbarossa.com). Das gute Essen können sich Touristen auf dem Barossa Bike Trail wieder abstrampeln. Mit Rädern geht es entlang einer stillgelegten Eisenbahnstrecke sanft bergauf. Fahrradausleihe unter barossabikehire.com koordinieren.

ADELAIDE HILLS

Nur Kapstadt hat noch Weinberge, deren Ausläufer in die Stadt hineinwachsen. Sauvignon Blanc, Chardonnay und Pinot Noir werden in der Mehrzahl in den rund 60 Weingütern angebaut. Tagesausflügler schätzen die Hahndorf Hill Winery, wo Grüner Veltliner mit hauseigener Schokolade verkostet wird – und morgens noch Kängurus über das Anwesen hüpfen (hahndorfhillwinery.com.au). Eines der besten Hotels im gesamten Bundesstaat liegt am Eingang der Hügel: das Mount Lofty House (mtloftyhouse.com.au). Von den Zimmern blicken Gäste auf den eigenen Weinberg, nur einen kurzen Spaziergang entfernt ist die Aussichtsplattform des Berges mit einer Rundumsicht auf Adelaide und das Meer.

MC LAREN VALE

Richtung Süden schließt sich das McLaren Vale an die Stadtgrenze an. Es liegt auf der Fleury Peninsula, von deren Küste auch die Fähren nach Kangaroo Island ablegen. Weniger Winzer, dafür eine atemberaubende Landschaft zwischen den weiten Stränden von Port Willunga und den grasgrünen Hügeln des Vale.

Der Anbieter Off Piste führt Jeep- Rundfahrten für kleine Gruppen durch (offpistetours.com.au). Dabei kommen Gäste auch in ansonsten für die Öffentlichkeit gesperrte Nationalparks hinein (Achtung, Koalas!) und besuchen Güter wie das der Familie d’Arenberg. Es wurde 1912 gegründet und wird von Chester Osborn geleitet (darenberg.com.au). Nicht erschrecken: Der Besitzer sieht mit seinem Schlabberlook wie ein im Weingeschäft gestrandeter Hippie aus. Osborn ist ein Träumer. Er entwarf den modernistischen Würfel für die Weinproben.

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