Den gibt es derzeit an der Bar des Swissotel-Restaurants "Blend": "Hot Campari" mit Riesling, Apfelsaft und Mangosirup. Foto: Mike Wolff
© Mike Wolff

Winterliche Drinks Heiße Weihnachten

Felix Denk

Es muss ja nicht immer Glühwein sein: Wir haben ein paar richtig gute Alternativen - und die mit Rezept

Der „Hot Toddy“ stammt aus einer Zeit, da ging Alkohol noch als Medizin durch. Mit der Mischung aus Whiskey, Zitrone, Honig und heißem Wasser könne man jede Grippe besiegen, davon war ein in den USA lebender schottischer Arzt überzeugt, der den Drink in den 1750er-Jahren erstmals dokumentierte – und maßgeblich zu seiner Beliebtheit beitrug. Das erste Rezept erschien dann 1862 in Jerry Thomas’ berühmten „Bartender’s Guide“. Damals mit Zucker, Brandy, heißem Wasser und Muskatnuss. Brandy blieb die gängige Spirituose bis eine Blattlausplage 1870 die französische Weinernte praktisch ruinierte. Dann kam der Whiskey ins Spiel. Genauer: Rye, Bourbon oder Scotch.

Sake, Brandy, Single Malt

Eigentlich sei er ein Drink, der zuhause gemacht wird, wenn es draußen kalt wird, sagt Erik Pfauth, der mit „Drink Syndikat“ Cocktail-Boxen mit Zutaten und Rezepten zum Selbermixen zusammenstellt. Mit dem „Hot Toddy“ beschäftigt er sich schon lange. Derzeit erobere der Urahn der heiß getrunkenen Cocktails auch die Barszene: „In den letzten Jahren wurde er in den USA und Großbritannien immer populärer, Spirituosenhersteller haben das Thema entdeckt, Bartender entwickeln neue Rezepte.“ Etwa mit Sake, gereiftem Brandy oder Single Malt Whiskey. Drei Rezepte samt Zutaten steckten in der letzten Box des „Drink Syndikats“. Die allerdings war sofort ausverkauft.

Campari - aber heiß

Es gibt also Bedarf nach Alternativen zum Glühwein. Dazu hat sich auch das Barteam vom „Blend“ um Steffen Sinzinger seine Gedanken gemacht und mit dem „Hot Campari“ einen originellen heißen Aperitif erfunden (Foto oben). Er besteht aus Campari, Riesling, Apfelsaft und Mangosirup. Perfekt zu Plätzchen (oder auch ohne) ist wiederum der Kaffeepunsch der „Röststätte“. Die Mischung aus Filterkaffee, einem weihnachtlich gewürzten Punsch und Cold Brew Kaffeelikör wirkt jeder Hinsicht anregend.

Winter ist überall

Zu faul zum Selbermixen? Der „Berliner Winter“ – ein naturtrüber Apfelsaft mit Gewürzen und Wodka – hat gerade ein paar Geschwister bekommen: den „Münchner Winter“ mit Apfel-, Kirsch und Johannisbeersaft, und den „Hamburger Winter“ mit Apfel- und Birnensaft. Die neuen, in Literflaschen abgefüllten Drinks gibt’s zwar nicht in Berliner Läden, aber immerhin im Online-Shop. Muss man gar nicht raus in die Kälte.

Und hier sind die Rezepte

HOT TODDY

Im Set des "Drink Syndikats" schon ausverkauft. Aber: Warum nicht selber mischen? Wir haben das Rezept. Foto: Drink Syndikat / promo Vergrößern
Im Set des "Drink Syndikats" schon ausverkauft. Aber: Warum nicht selber mischen? Wir haben das Rezept. © Drink Syndikat / promo

50ml milder bis leicht rauchiger Scotch Whisky

30ml Kirsch-Wacholder-Sirup

2TL Cranberrysaft

2-3TL frischer Zitronensaft

Zitronenzeste

Rosmarinzweig

Dieses Rezept ist eine vereinfachte Variante des „Anfora Seaside Toddy“ aus dem mittlerweile vergriffenen Hot Toddy-Set des Drink Syndikats. Für den Wachholdersirup 4TL getrocknete Wacholderbeeren in einen kleinen Topf geben und zerdrücken. 150ml Wasser hinzugeben und eine Handvoll Kirschen (etwa Schattenmorellen). Zum Kochen bringen. 150g Zucker hinzugeben, gut umrühren und fünf Minuten köcheln lassen. Anschließend durch ein feines Sieb abgießen. Dann alle Zutaten vereinen. 50-100ml heißes Wasser über den Drink geben und kurz verrühren. Eine Zitronenzeste über dem Drink mehrmals andrücken und in den Drink geben. Den Rosmarinzweig in die Hände klatschen und ebenfalls beigeben.

- Weitere Sets gibt es zu bestellen bei Drink Syndikat

 

HOT CAMPARI (Foto ganz oben)

4 cl Campari

2 cl Riesling

8 cl Apfelsaft

2 cl Mangosirup

Auch ein Aperitif kann warm sein, findet die Barcrew des „Blend“ in Charlottenburg. Praktisch auch: Dieser originelle Drink ist im Nu gemacht. Alle Zutaten bis auf den Campari miteinander erwärmen. Erst zum Schluss den Campari zugeben, verrühren und in ein Glas einschenken. Cincin!

- Kontakt: Blend, Budapester Str. 25, Charlottenburg

KAFFEEPUNSCH

Kaffee mal anders: Als Punsch mit Likör. So serviert ihn die "Röststätte Berlin". Foto: Röststätte / promo Vergrößern
Kaffee mal anders: Als Punsch mit Likör. So serviert ihn die "Röststätte Berlin". © Röststätte / promo

Cold Brew X Kaffeelikör

Filterkaffee

5 Gläser Schattenmorellen mit Sud

5 Zimtstangen

3 Sternanis

5 Nelken

2 geriebene Tonkabohnen

3 Vanillestangen (Abrieb)

2 Esslöffel brauner Zucker

200 g Ingwer in Stücken ohne Schale

1 Orange geschält in Stücken

300 ml frisch gepresster Orangensaft

1 Liter Wasser

Alle Zutaten bis auf den Filterkaffee und den Kaffeelikör unter mittlerer Temperatur zwei Stunden köcheln lassen. Anschließend alles durch ein Sieb geben. Die Hälfte der Tasse mit der aufgewärmten Punschbasis (Zutaten reichen für zwei Liter) und mit frisch gebrühtem Filterkaffee befüllen, am besten einer mit einem schokoladigen Geschmacksprofil. Pro Portion 2cl Cold Brew X Kaffeelikör zugeben (Gibt es in den Filialen der Röststätte und im Webshop: shop.roestaette.de). Mit frisch gebrühtem Filterkaffee auffüllen, sanft umrühren und warm servieren.

- Kontakt: Röststätte, Ackerstr. 173 und Rosenthaler Str. 40-41, beides in Mitte

Dieser Beitrag ist auf den kulinarischen Seiten "Mehr Genuss" im Tagesspiegel erschienen – jeden Sonnabend in der Zeitung. Hier geht es zum E-Paper-Abo. Weitere Genuss-Themen finden Sie online auf unserer Themenseite.

 

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