Foto:

Trendgetränk Hot Buttered Rum Wärmt das Gemüt

Felix Denk

Riecht wie Apfelstrudel, schmeckt besser als jeder Glühwein: Warum der Hot Buttered Rum der Liebling der Barkeeper ist.

Wer auf die merkwürdige Idee gekommen ist, ein Stück Butter in einen Drink zu rühren, ist nicht überliefert. Muss auch schon eine ganze Weile her sein. Denn selbst das erste schriftlich festgehaltene Rezept des „Hot Buttered Rum“ ist ziemlich alt. Aufgeschrieben hat es Jerry Thomas 1862 in seinem „Bartender‘s Guide“, mit dem er quasi den Berufsstand des Barkeepers erfunden hat. Seither ist der „Hot Buttered Rum“ ein Klassiker im Winter, denn der Drink wird heiß serviert.

„Der ist ein echter Barkeeper-Liebling“, sagt Arun Naagenthira Puvanendran. Er forscht in der Bar des „Kink“ an immer neuen Aromen und schenkt seine Version auf dem schnuckeligen 2G-Weihnachtsmarkt auf dem Pfefferberg aus. „Einfach, weil er was anderes ist als Glühwein oder Punsch, der meistens klebrig schmeckt.“

Praktische Nebenwirkung: Die Lippen bleiben fettig

Die Idee mit der Butter stamme aus einer Zeit, als Gewürze noch sehr teuer waren, erklärt Naagenthira Puvanendran. „Weil Butter ein Geschmacksträger ist, schiebt sie das Aroma der Gewürze an.“ Man konnte also mit weniger Gewürzen einen großen Effekt erzielen. Doch die Butter hat nicht nur den Geschmack gehoben, sie ließ auch die Lippen im Winter fettig bleiben oder den Schnurrbart nicht anfrieren.

Ursprünglich kamen Rum, heißes Wasser, Zucker, Muskat und eben die Gewürzbutter in den Drink. Später wurde Wasser durch Apfelsaft ersetzt. Wie man die Gewürzbutter genau macht, ist Geschmackssache. Naagenthira Puvanendran bevorzugt dunkle, weihnachtliche Aromen wie Sternanis, Nelken, Zimt, Kardamom und Piment, und er röstet die Gewürze in der Pfanne, ehe er sie mit der Butter vermengt. Andere Barkeeper fügen Kaffeepulver hinzu für ein paar Röstaromen. Mit gebräunter Butter wiederum kann man eine nussige Note in den Drink zaubern. Naagenthira Puvanendran mischt etwas Vanilleeis in die Butter. Stand in der „Mixology“, sagt der Mixologe. „Eis macht die Sache bisschen cremiger und leichter zu portionieren.“

Noch mehr Alternativen zum Glühwein für kalte Winternächte: So geht der Hot Toddy.

Bleibt die Frage: welcher Rum? Ein „Old Monk“ mit seinen schokoladigen Noten passe perfekt, findet Naagenthira Puvanendran. Seine leichte Kantigkeit schmecke man auch noch, wenn man ihn erhitzt.

 

DAS REZEPT
Zutaten (für 1 Drink)

5cl Rum
12 cl Apfelsaft
EL Puderzucker
1 Zimtstange oder eine Orangenzeste zur Garnitur
1 EL Gewürzbutter

 

Für die Gewürzbutter (1 Jahresration)

250 g Butter
1 TL gemahlener Zimt
1 Stück Sternanis
2 Nelken
3 Pimentkörner

 

Zubereitung

Die Butter in einer Pfanne schmelzen, Gewürze zugeben, unter gelegentlichem Rühren kalt werden lassen.

Den Apfelsaft erhitzen, zum Rum in einen Becher geben, Puderzucker und einen Esslöffel der Gewürzbutter zufügen. Gut umrühren, mit Zimtstange und oder Orangenzeste garnieren.

 

 

 

 

 

 

 

Zur Startseite