Im Kern besteht das Brauen aus drei simplen Schritten

Beim Läutern wird die Maische durch eine Art Filter gegeben. Foto: Thile Rückeis
Selbstversuch Daheim Bier brauen - funktioniert das?

Dabei besteht Brauen im Kern aus drei simplen Schritten. Zuerst wird Malz – gekeimtes und getrocknetes Getreide – in heißem Wasser eingeweicht, um Stärke zu lösen, die dann in Zucker umgewandelt wird. Dieser Vorgang heißt „Maischen“. Beim anschließenden „Läutern“ wird die Maische durch ein Sieb gegeben, dann kommt heißes Wasser drüber. Die Flüssigkeit, die so entsteht, nennt man Würze. Sie wird gut eine Stunde gekocht. An dieser Stelle fügt der Brauer Hopfen hinzu, fürs Aroma. Ohne Reinheitsgebot dürfen es auch allerlei Blüten, Kräuter, Früchte und Gewürze sein, etwa Wacholderbeeren oder Zitronenschalen.

Mit Vorbereitung braucht man für alles um die vier Stunden. Danach wird Hefe in die abgekühlte Würze gegeben. Die dadurch ausgelöste Gärung dauert rund sieben Tage. Ganz am Ende muss das Bier noch ein paar Wochen im Kühlen reifen.

Für den ersten Versuch halte ich mich an ein Bier-Kit. Das sind Komplettpakete, mit denen man ohne Vorkenntnisse brauen kann. Meines stammt von der Firma Gozdawa und kostet zusammen mit einem 30-Liter-Gäreimer und einem Abfüllröhrchen für Flaschen und Fässer knapp 32 Euro. Auch ein Desinfektionsmittel ist dabei, Sauberkeit sei entscheidend, lese ich überall. Ich bestelle dieses „Starterset Maxi“ beim Internethändler „Hopfen und mehr“. Bereits drei Tage später ist es da.

Ein Kit verhält sich zum Brauen wie das Aufwärmen eines Fertiggerichts zum Kochen. Schritt eins und zwei – Maischen und Läutern – fallen ganz weg. Alles, was man tun muss, ist, ein sirupartiges Malzextrakt aus der Dose mit einem Kilo Zucker aufzukochen. Auf diese Mischung kommt so viel kaltes Wasser, bis in dem Plastikeimer 23 Liter erreicht sind. Schon kann die angerührte Trockenhefe hinzugegeben werden.

Das Aufwendigste ist in meinem Fall das Abfüllen nach der Gärung. Ich habe mich entschieden, dafür leergetrunkene Flaschen mit Bügelverschluss zu verwenden. Sie müssen gereinigt und mit sehr heißem Wasser ausgespült, ihre Verschlüsse abgekocht werden. Eine Heidenarbeit. Außer dem jungen Bier kommt noch etwas Zucker in die Flaschen, dann werden sie verschlossen und für mindestens 21 Tage in den Kühlschrank gelegt. Das Ergebnis soll später ein „Golden Ale“ sein.

Bevor ich mich ans echte Brauen wage, besuche ich im „Pfefferbräu“ an der Schönhauser Allee einen Kurs. Mein Lehrer ist Braumeister Thorsten Schoppe, ein Vorreiter der Craft-Beer-Szene in Berlin. Es hilft sehr, Schoppe zuzuschauen. Wirklich verstanden haben werde ich das Brauen aber erst, nachdem ich es einmal zu Hause probiert und dabei saublöde Fehler (viel zu viel Wasser!) gemacht habe.

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