Auf dem Foto aus dem Kochbuch sitzen die Hackbällchen direkt im Joghurt, aber man kann auch einfach, wie im Rezept erwähnt, einen Extraklacks davon auf den Teller geben. Foto: Lisa Nieschlag / "Night Kitchen" / Hölker Verlag
© Lisa Nieschlag / "Night Kitchen" / Hölker Verlag

Schnelle Küche - Die tägliche Rezeptkolumne Orientalische Hackbällchen

Kleiner Aufwand, großer Genuss: Einfache Rezepttipps aus unserer Redaktion. In Teil 65 gibt's Buletten ganz anders - mit Zimt, Kümmel und Rosinen

Als ich das Foto zu diesem Gericht entdeckte, kamen sofort Erinnerungen hoch: an abenteuerliche Urlaube in der Ägäis, an Abendessen am Kai in griechischen Tavernen nach überstandenen Törns mit einem segelverrückten Vater als Skipper. Nie wieder habe ich so erleichtert und dankbar ein Abendessen an Land genossen, nie mehr hat der Bauernsalat so nach Sonne und Meer geschmeckt, habe ich Souvlaki vom Grill mit so viel Appetit gegessen - oder eben Keftedes, die griechischen Hackbällchen, einen Klassiker der Landesküche. Die gehen immer, ob als Vorspeise oder Hauptgericht. Es gibt sicher hunderte Varianten, und das, obwohl die griechische Küche nicht eben vor Inspiration strotzt. Ins Grundrezept gehören reichlich Minze, ein Hauch Zimt und Kreuzkümmel. Was schon beweist: Man hat sich dankend im nahen Orient bedient, denn Keftedes sind nichts anderes als Varianten der Hackbällchen in Nordafrika, Südosteuropa und Indien.

In dem neulich bereits empfohlenen Kochbuch "Night Kitchen" (Hölker Verlag 2018) machen die Autoren Lisa Nieschlag und Lars Wentrup sehr appetitliche Vorschläge für schnelle abendliche Snacks. Ihre "Orientalischen Hackbällchen" kommen nicht vom Grill wie in Griechenland, sondern aus der Pfanne, wie unsere Buletten. Aber sie piksen sie auf Spießchen, lassen sie nach Märchen aus tausendundeiner Nacht schmecken, reichern das Hack mit Sultaninen und Pinienkernen an, kombinieren fruchtige Süße und Raucharomen und servieren das Ganze mit Zaziki oder einfach einem dicken Klacks vollfettem türkischen Joghurt.

Wer die Keftedes lieber als große Mahlzeit zubereitet, bringt sie eben mit Kartoffeln oder Reis auf den Tisch. Dazu vielleicht ein Gläschen Ouzo? Jamas! Auf die Gesundheit ... und die Völkerverständigung.

REZEPT

Zutaten (für ca. 25 Stück)
1 große Zwiebel
50 g Pinienkerne
1 große Handvoll Sultaninen
1 Bund glatte Petersilie
1 Ei (L)
600 g gemischtes Hackfleisch
1 TL Kurkuma
1/2 TL Zimt
2 TL Kreuzkümmel
2 TL Salz

Öl zum Braten
evt. Zahnstocher zum Servieren

Zubereitung
Zwiebel fein würfeln , Pinienkerne und Sultaninen hacken - die Stücke können ruhig etwas größer bleiben. Pinienkerne in einer Pfanne ohne Fett goldbraun rösten. Petersilie abbrausen, trockentupfen, fein hacken.

Das Ei verquirlen. Das Hackfleiusch mit den Gewürzen, Zwiebeln, Sultaninen, Petersilie und Ei vermischen. Am besten beherzt mit den (frisch gewaschenen) Händen vermengen, damit sich alle Zutaten ordentlich vermischen.

Die Fleischmasse zu etwa 25 kleinen Kugeln formen, und die Hackbällchen dann in einer großen beschichteten Pfanne in heißem Öl portionsweise braten. Sie sollten schön braun werden und eine dunkle Kruste bilden.

Die einzelnen Portionen am besten in eine Auflaufform geben und, mit Alufolie abgedeckt, warnm halten, bis alle Hackbällchen fertig sind. Zahnstocher hineinstecken und auf einer großen Platte oder gleich mehreren Tellern anrichten.

Behalten Sie den Überblick: Jeden Morgen ab 6 Uhr berichten Chefredakteur Lorenz Maroldt und sein Team im Tagesspiegel-Newsletter Checkpoint über die aktuellsten Entwicklungen rund um das Coronavirus. Jetzt kostenlos anmelden: checkpoint.tagesspiegel.de

Weitere Ideen aus der täglichen Rezeptkolumne

Zur Startseite