Traditionsprodukt aus Sachsen: Seinen Rosinenstollen backt Jan Kaiser nach Rezept seines Ur-Ur-Großvaters. Foto: Nobelhart & Schmutzig
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Fast zu schade zum Verschenken An diesen süßen Sachen aus Berlin kommen Sie nicht vorbei

Zimtsterne, Rosinenstollen, Schoko-Nikoläuse mit X-Faktor: Hier gibt es Klassisches und Überraschendes für eine süße Weihnachtszeit.

Der Countdown läuft, Weihnachten naht. Höchste Zeit für einen Plan, wie man sich den Advent über am besten durch die Stadt nascht. Hier ein kleiner Wegweiser für große Alltagsfreuden.
Feine Klassiker. Keiner macht so saftige Zimtsterne wie Guido Fuhrmann in seiner „Werkstatt der Süße, Prenzlauer Berg, Husemannstr. 25. In seine Vanillekipferl kommt Tonkabohne, der Spekulatius ist aus Haselnuss, und wer sich nicht zwischen Elisen- und Schokolebkuchen entscheiden kann, hier bekommt man beides in einem. Die eine Hälfte taucht der Meister nämlich in eine Schokoglasur mit 70 Prozent Kakaoanteil. Wenn man schon mal da ist: Die feschen Weihnachtsmänner gibt es mit veganer Kuvertüre, dunkler Orange und Vollmilch. Seine Schokolade bezieht er vom Top-Hersteller Valhrona.

Kunst zum Essen: eine Praline von Kristiane Kegelmann. Foto: Pars Pralinen Vergrößern
Kunst zum Essen: eine Praline von Kristiane Kegelmann. © Pars Pralinen

Perfektes Konfekt. Berlins schönste Pralinen fertigt ohne Zweifel Kristiane Kegelmann von „Pars“. Kein Wunder, sie ist nicht nur gelernte Konditorin, sondern auch bildende Künstlerin. Bis Weihnachten hat sie einen Showroom in der Potsdamer Str. 98, wo sie ihre saisonalen Schokokunstwerke präsentiert. Die färbt sie etwa mit Färberdistel und Asche, kleine Bruchstellen bessert sie nach japanischer Kintsugi-Technik mit Blattgold aus und füllt das Ganze zum Beispiel mit einer mit jungen Fichtentrieben aromatisierten Schokolade. Etwas ganz Besonderes: Ihr hochwertiges Schoko- und Mandelmus.

Ebenfalls sehr originelle Pralinen für den Advent hat sich Fabienne Dauplay ausgedacht. Sie ist im Café Frank auf dem Pfefferberg für süße Sachen zuständig und backt etwa knusprige Sympathieträger wie den Choux – einen gefüllten Windbeutel –, der längst einen Fanclub auf Instagram hat. Auf dem schnuckeligen Mini-Weihnachtsmarkt auf dem Pfefferberg-Gelände verkauft sie ihre Gingerbread-Pralinen mit Schoko oder Orangenkuvertüre. Perfektes Getränkepairing: der Hot Buttered Rum von Kink-Barkeeper Arun Puvanendran. 

Bischoff mit Botschaft: In dem Schokonikolaus von Candide kann man handgeschriebene Grüße verstecken. Foto: Candide Vergrößern
Bischoff mit Botschaft: In dem Schokonikolaus von Candide kann man handgeschriebene Grüße verstecken. © Candide

Der schönste Weihnachtsmann. Einen Nikolaus mit X-Faktor hat das Team von Candide im Programm. Der besteht aus Schokolade aus fair gehandeltem Kakao und ist mit mit winterlichen Gewürzen aromatisiert, vor allem aber kann man ihn mit einer individuellen Botschaft füllen lassen. Egal ob „Willst Du mich heiraten?” oder „Lass Dich endlich impfen, Alter!” – jede Nachricht wird in allerschönster Handschrift im runden Bauch des in alten Handwerksformen gegossenen Schoko-Rauschebarts versteckt. Und, ja, die Pralinen des Hauses lohnen sich auch.

Knusper Knäuschen. Der Architekturpreis für die schönsten Lebkuchenhäuser geht in diesem Jahr an Natalia Giordano, die in der Kreuzberger Graefestr. 11 das „Latodolce“ betreibt. Neben den üppig verzierten Bauwerken ist ihr Panettone eine Großattraktion. Das klassisch lombardische Weihnachtsgebäck ist ein Traum aus fluffigem Hefeteig und kommt ganz ohne Schokolade aus.

Französisch-japanisches Weihnachtswunder. Die klassische Bûche de Noël in der Interpretation von Pâtissier Shin Komine. Foto: Café Komine Vergrößern
Französisch-japanisches Weihnachtswunder. Die klassische Bûche de Noël in der Interpretation von Pâtissier Shin Komine. © Café Komine

Tolle Torte. In Frankreich wiederum versüßt man sich das Fest mit einer Bûche de Noël. Bûche heißt übersetzt: Scheit; wirklich stilecht sieht sie aus wie ein Stück Baum. Nicht ganz traditionell dafür aber höchst originell und köstlich ist die Variante des frankophilen japanischen Patissiers Shin Komine aus dem „Cafe Komine in Schöneberg. Dieses Jahr hüllt er Erdbeerkompott und Yuzugelee sowie eine Vanille-Mascarpone-Creme in saftigen Biskuit. Nur nach Vorbestellung. 

Leckere Lebkuchen. Die Weihnachtszeit beginnt für Sofie Bernau schon im Frühling. Denn dann setzt sie den Teig aus Honig und Dinkelmehl für ihre Lebkuchen an. Bis Oktober reift der dann und wird mit Gewürzen verfeinert. Eine Platte dieser traditionellen Honiglebkuchen reicht locker für vier Personen. Neu im Programm ist dieses Jahr der Wackerstein. Ein Lebkuchen, geschichtet mit Honigmarzipan, Sanddorn Ingweraufstrich und einer 55-prozentigen Zartbitterschoko-Ummantelung. Den schafft man locker alleine.

Traditionsprodukt aus Sachsen: Seinen Rosinenstollen backt Jan Kaiser nach Rezept seines Ur-Ur-Großvaters. Foto: Nobelhart & Schmutzig Vergrößern
Traditionsprodukt aus Sachsen: Seinen Rosinenstollen backt Jan Kaiser nach Rezept seines Ur-Ur-Großvaters. © Nobelhart & Schmutzig

Super Stollen. Da müsste man sich beim Rosinenstollen schon anstrengen, den Billy Wagner vom „Nobelhart & Schmutzig“ aus seiner sächsischen Heimat importiert. Den backt Jan Kaiser nach Rezept des Ur-Ur-Großvaters. Na gut, er verwendet nicht mehr Schweinefett wie anno dazumal, sondern Butterschmalz, aber die Kilo-Laibe lagern nach dem Backen in Großmutters Schweinetrögen. Erst nach drei Tagen wird dann gebuttert und gezuckert. Und noch mal ein paar Wochen nachgereift.

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