Eingedeutscht: Allaa Faham (links) und Abdul Abbasi bei der Heimaten-Feier im Tagesspiegel-Haus. Foto: Andrea Nüsse
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FRAGEN AN Allaa Faham und Abdul Abbasi Dieses hemmungslose Naseputzen!

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Die beiden syrischen Youtuber Allaa Faham und Abdul Abbasi erklären, welche Gewohnheit sie in der neuen Heimat besonders schräg finden.

Abdul Abbasi und Allaa Faham aus Syrien fühlen sich „Eingedeutscht“ – so der Titel ihres Buches, das die beiden Youtuber (Kanal German Life Style) bei der Heimaten-Feier im Tagesspiegel am Sonnabend vorstellten. Hier einige Fragen der Gäste.

Wie habt ihr die Sprache so schnell gelernt? Adnan Al Mekdad, Marienfelde

Allaa: Ich habe viel selbst erarbeitet mit Youtube, Büchern, Freunden und natürlich dem Sprachkurs. Und ich frage immer nach. Wenn ich ein Wort höre, bei dem ich mir über die Bedeutung oder die Anwendung unsicher bin, dann frage ich nach und lasse mir Beispiele geben.

Abdul: Bei mir war es ganz ähnlich, nur dass ich bei weitem nicht so fleißig war wie Allaa. (lacht) Ich habe das meiste eigentlich in der Zeit in meiner WG mit deutschen Mitbewohnern gelernt.

Welchen Rat würden Sie Willkommensschülern für ihr zukünftiges Leben in Deutschland mit auf den Weg geben? Andrea Dech, Kreuzberg

Abdul: Ich glaube, das Wichtigste ist, dass man offen bleibt und all seine Vorurteile vergisst. Wenn man jedem Menschen erstmal offen begegnet, wird man oft sehr positiv überrascht.

Allaa: Ja, und man sollte sich trauen zu fragen, wenn man unsicher ist oder eine Situation neu ist. Dann hat man auch ein Thema um ins Gespräch zu kommen.

Welche Frage wollt ihr auf gar keinen Fall mehr hören? Sonja Köpf, Mitte

Abdul: Seid ihr alle nur wegen der guten Sozialleistungen hier, sind alle Muslime Terroristen, sind alle Syrer Muslime … das sind Fragen, die verallgemeinern und uns in eine Schublade stecken. Oft sind derlei Fragen eher als Provokationen gemeint. Wenn jemand wirklich etwas über mich erfahren will, soll er direkt fragen. Ich antworte auf alles gern.

Was oder wer vermittelte Ihnen in Deutschland ein „Heimatgefühl“? Rainer Schumacher, Wedding

Allaa: Das waren eindeutig die Menschen, die hier zu Freunden wurden. Na klar freue ich mich auch, wenn es leckeres syrisches Essen gibt. Aber es geht im Hier und Jetzt doch darum sich wohl zu fühlen, keine Angst zu haben und in Freiheit zu leben. Das alles erlebe ich, wenn ich mich mit meinen Freunden umgebe.

Welche Gewohnheit findet ihr hier in Deutschland besonders schräg? Sabine Friedel, Mitte

Allaa: Das hemmungslose Naseputzen! (beide lachen)

Abdul: Ja, das ist sehr merkwürdig. Das machen wir in unserer Kultur ganz diskret, nicht beim Essen am Tisch oder so.

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