"Wir müssen den Kontakt zum Mainstream halten."

Parker Marx / Performer. Foto: Paula Winkler
Faire Pornografie Er und Sie. Der Kamin prasselt. Dann schwenkt die Kamera weg

Parker Marx / Performer

"Wir müssen den Kontakt zum Mainstream halten, schließlich wollen wir den verändern."

"Ich habe schon früh eine Faszination für jede Art von Sexualität in  mir entdeckt. Doch ich fühlte mich durch traditionelle gesellschaftliche  Konventionen eingeschränkt. Ich wollte dem entkommen, und mein Weg führte mich in die Sexindustrie. Anfangs filmte ich mich mit einer Webcam, 2015 traf ich dann eine Regisseurin aus der alternativen  Pornoszene, die mir riet, zum Pornfilmfestival nach Berlin zu fahren - es fühlte sich an, als würde ich nach Hause kommen. Heute plane ich  meine eigenen Filmprojekte. Ich interessiere mich für Angstlust und für Fetischismus. Die dunkle und problematische Seite der Sexualität ist  für mich nicht nur aus erotischer Perspektive aufregend. Ich will in  meinen Filmen versuchen, einen bewussten Umgang mit den Persönlichkeiten  und Körpern der Darsteller zu finden. Wenn man kulturellen Wandel  vorantreiben will, muss man den Kontakt zum Mainstream halten,  schließlich wollen wir den ja verändern. Der Mainstream will das, was  sicher, normal und profitabel ist. Der alternative Porno drängt weg davon, will Vielfalt und Herausforderung. Wenn wir diese Spannung aushalten, kann das sehr fruchtbar sein."

 

 

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