Tagesspiegel Mobil Ein Versuch von Selbstironie

Der Tagesspiegel

Hollywood persifliert sich selbst – bei Spielfilmen ist das schon länger in Mode. „Schnappt Shorty“ mit John Travolta ist eines der gelungeneren Beispiele. Heute kommt die erste Serie auf deutsche Bildschirme („Action!“, Pro 7, 23 Uhr 55), in der sich die Filmbranche über sich selbst lustig macht. Der kürzlich verstorbene Regisseur Ted Demme (zuletzt „Blow“ mit Johnny Depp und Penélope Cruz) hat die 13 Folgen inszeniert. Produziert hat sie Joel Silver, der für „Matrix“ oder die „Lethal Weapon“-Reihe verantwortlich zeichnet.

Es geht um Peter Dragon (Jay Mohr), einen erfolgreichen Hollywood-Blockbuster-Produzenten, dem die Oberflächlichkeit ins Gesicht geschrieben steht. Für den Erfolg seiner Produktionen tut der Mann Anfang 30 alles. Er outet sich sogar als Homosexueller – obwohl er es gar nicht ist. Völlig wurscht. Für ihn zählt nur das Geld. Aber eine Hollywood-Regel lautet: Jeder Produzent ist gerade mal so gut wie sein letzter Film. Egal, was vorher war. Und selbst beim ehrgeizigen Peter Dragon ist nicht jeder Film ein Kassenerfolg.

„Action!“, würde man sich wünschen, könnte viel gepfefferter sein, es dürfte längst nicht so glatt sein, sollte es wirklich eine Satire auf Hollywood sein. Sicher, das ist schon ganz lustig, wenn der arme Drehbuchautor, der in vier Wochen drei neue Fassungen des Buches unter Hochdruck erstellen soll, kollabiert und daraufhin an Schläuchen im Krankenhaus liegt, und selbst dort noch vom unverständigen Jung-Produzenten gequält wird. Oder wenn Gaststar Sandra Bullock ins Produzentenbüro hereingewirbelt kommt und erhitzt um sich schlägt, weil plötzlich in Taiwan ein Porno mit ihr kursiert und natürlich Peter Dragons (übrigens bei sich zu Hause heimlich gefilmte) bestverkaufte Produktion ist.

Vielleicht entschädigen ja die Gaststars einen für die etwas lahmen Geschichten. Neben Bullock sind das ihr „Speed“-Kollege Keanu Reeves und die Mexikanerin Salma Hayek. Thilo Wydra

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