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Out in Ost-Berlin.

Ein ähnlicher Film lief bereits im vergangenen Jahr: „Unter Männern – Schwul in der DDR“. „Out in Ost-Berlin“ trägt den Untertitel „Lesben und Schwule in der DDR“ und verspricht mehr, als er halten kann. Denn ein Dutzend Zeitzeugen, mögen sie noch so eloquent über ihr Leben berichten, können keine aufwändige Langzeitstudie ersetzen. Immerhin gehen die Regisseure stärker auf den politischen Kontext ein. Die Stasi hat die Homosexualität nicht bekämpft, sondern instrumentalisiert. Sobald eine schwule Organisation gegründet wurde, fanden sich auch Spitzel bereit, diese zu unterwandern. Für Lesben waren Exkursionen zum KZ Ravensbrück eine Gelegenheit, sich auf legale Weise zu organisieren, aber die Aktion flog bald auf. Der Film bietet spannende, tragische und sogar lustige Momente. Aber man spürt die vielen Geschichten, die noch auf eine Erzählung warten. Informativ. Frank Noack

D 2013, 94 Min., R: Jochen Hick, Andreas Strohfeldt

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