Prepper wie Daniel Schäfer lagern für den Katastrophenfall Lebensmittel. Und noch einiges mehr. Foto: Mike Wolff
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Coronavirus und andere Krisen Wie sich Prepper auf das Schlimmste vorbereiten

Sie horten Vorräte und planen Fluchtrouten. Sei vorbereitet!, ist die Devise von Preppern. Worauf eigentlich? Das wird derzeit auch anderen immer klarer.

Das „Notnahrung Monatspaket Classic“ für 259 Euro? Längst weg. Der Schweizer Hersteller „SicherSatt“ attestiert ihm eine „gelungene Produktmischung für den Krisenfall“. Es enthält Vollmilchpulver, rote Linsen, schwarze Bohnen, Kichererbsen, Dinkelflocken, Zucker, Weizenmehl und so weiter – 259 Euro?

Laktosefrei wären es 329. Sparer können gewöhnlich auf das Sieben-Tage-Paket „Emergency Food“ im garantiert stapelbaren Eimer für nur 88 Euro ausweichen, aber auch das ist nicht mehr auf Lager.

„Sie können sich gar nicht vorstellen, was hier los ist“, sagt Stephan Brienen mit einem leisen Triumph in der Stimme, „ich bearbeite zehnmal mehr Bestellungen als gewöhnlich.“ Brienen ist ein Prepper, ja mehr noch: ein Prepper in Coronaviruszeiten. Und er ist Inhaber eines Online-Prepper-Shops mit Sitz im niederrheinischen Kleve. Be prepared! Sei vorbereitet!, lautet die Devise. Aber worauf eigentlich? – das wird nun von Tag zu Tag auch anderen immer klarer.

Wer also ist hier der Spinner?

Die ersten Prepper verzeichneten die USA während des Bürgerkrieges Mitte des 19. Jahrhunderts, als gewöhnliche Südstaatler begannen, Kisten voller Lebensmittel an geheimen Orten zu vergraben. Für den Fall der Fälle, also den schlimmsten.

Das primäre Streben eines Preppers zielt darauf, Vorräte anzulegen. Ein Prepper wäre also gewissermaßen eine außer Kontrolle geratene apokalyptische Hausfrau?

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Der durchschnittliche Deutsche lebt 30.000 Tage, würde aber gewöhnlich nur drei ohne Nachschub von außen problemlos überstehen. Wann begann die eigentliche Menschwerdung des Menschen?, fragen Prepper wie Brienen. Richtig, als er anfing, Vorräte anzulegen. Der Mensch aber hat längst für gewöhnlich keine Vorräte mehr. Wer also ist hier der Spinner?

Kennt die Szene: Johannes Groschupf, Autor des Thrillers „Berlin Prepper“. Foto: Promo Vergrößern
Kennt die Szene: Johannes Groschupf, Autor des Thrillers „Berlin Prepper“. © Promo

Auffällig an Brienens Produkten sind die Mindesthaltbarkeitsdaten: 2030 etwa. Die drei „NRG-5“-Energieriegel aus dem „Notnahrung Monatspaket Classic“ sind sogar bis 2040 haltbar. Käufer sollten an dieser Stelle prüfen, ob das angegebene Mindesthaltbarkeitsdatum tendenziell ihrem eigenen entspricht, denn es ist demütigend, wenn einen schon die eigenen Konserven überleben. Das Ansinnen, ihn zu besuchen, lehnt Brienen kategorisch ab. Prepper lassen sich nicht so einfach besuchen. Und niemand spioniere ihre Vorräte aus!

Oder sollte er mehr von erschöpften Vorräten sprechen? „Die Firmen kommen einfach nicht mehr hinterher“, sagt Stephan Brienen mit Bedauern und Genugtuung zugleich. Er hat Mittagspause, lässt sich aber verleiten, sie am Telefon zu verplaudern.

Er hat Notvorräte in alle Richtungen vergraben

Alltag eines Apokalyptikers, dabei klingt Brienen sehr freundlich, er scheint ein eher zurückhaltender Mensch zu sein. Sein Erweckungserlebnis sei Fukushima gewesen, sagt er. Diese plötzliche, alles erschütternde Wahrnehmung, wie unnormal die Wirklichkeit, die Normalität sein kann. Und wie nah jederzeit die Katastrophe. Das weiß jedes Virus. Ist die Normalität nicht der Grenzfall des Nichtnormalen?

Immerhin kann er noch anbieten, dass Kunden sich ihren Notfall-Warenkorb selbst zusammenstellen. Gefriergetrocknete Dinkelcremesuppe, bestehend aus 48 Prozent Dinkelvollkorn und 24 Prozent Grünkerndinkelmehl, leider nicht glutenfrei, ist noch zu haben. Ergibt genau 12,5 Liter, kostet 27 Euro. Gefriergetrocknete Tomatensuppe ist billiger. Der Name des Herstellers, „Innova Sicherheitstechnik GmbH“, klingt nach Tresorbau.

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Berlins zurzeit wohl bekanntester Prepper heißt Walter Noack und ist eine Romanfigur. Er rennt nachts vom Görlitzer Park bis zum Plänterwald nach Treptow, steigt dort neoprengeschützt in die Spree, um bis zum Schlesischen Tor zu schwimmen, und dann den gleichen Weg wieder zurück. „Wenn ich am Badeschiff vorbeikraulte, Zug um Zug, Meter um Meter, sah ich die Hipster dort sitzen … So wollte ich nicht enden. Wenn die Stunde kam, war ich gerüstet und fähig zu reagieren. Diese Leute aber gingen unter.“

In ganz Berlin hat Walter Noack Notfallvorräte vergraben, denn vorher weiß keiner, in welche Richtung er würde fliehen müssen. Städte sind vor allem eins: Fallen. Tagsüber arbeitet Noack im Newsroom einer großen Berliner Zeitung, von den Redakteuren weitgehend ignoriert. Er tilgt die Pöbeleien und Hassausbrüche aus den Online-Leserkommentaren, eine Arbeit, die sein Vertrauen in Welt und Menschen nicht verbessert. Der Autor Johannes Groschupf hat für seinen Kriminalroman „Berlin Prepper“ im vergangenen Jahr den Deutschen Krimipreis bekommen.

„Für die Prepper sind wir nur Schlafschafe“

Groschupf sitzt in seinem Lieblingscafé am Kreuzberger Heinrichplatz. Ein Kerl wie ein Schrank. War das nicht zu erwarten? Der schwimmt notfalls in einer Nacht bis an die Ostsee und wieder zurück. Wie viel „Berlin Prepper“ steckt im Autor?

Groschupf lacht auf eine irgendwie unvorhergesehene Weise. So offen, so gelassen. Prepper sind nicht gelassen. Können Prepper eigentlich lachen? Er sei eher der Gegentypus, erklärt Groschupf, Kreuzberg halt, linksalternativ, wozu das leugnen.

Aber er hat fünf Jahre lang in einem ebensolchen Newsroom wie sein Geschöpf Noack gearbeitet, beim Tagesspiegel, und habe dort einen Kollegen gehabt, der völlig eindeutige Symptome zeigte. „Ich spürte täglich das Untergrundbeben des digitalen Volkszorns und erlebte dazu diesen Mann“, sagt er. Irgendwann schoss beides zum Szenario seines Romans zusammen.

Dieses Übergenaue, fast Zwanghafte. Wie Noack im Roman zerlegte, nein sezierte der einstige Kollege jeden Morgen einen Apfel, schnitt ihn in dünnste, unbedingt proportionale Scheiben. Vorher konnte er nicht arbeiten. Und zu Hause im Wohnzimmer hätten Konserven statt Bücher in den Regalen gestanden.

Vielleicht hat auch das Original des Walter Noack seine Ehe endgültig ruiniert, als er begann, Paletten mit Bundeswehr-Verpflegung unter dem gemeinsamen Bett einzulagern, Combat-Ration, Typ I, II und III. Indische Reispfanne, Hamburger in Tomatensoße, Dosen-Ravioli. Dazu Kaffee-Extrakt und Wasserentkeimungstabletten. „Für die Prepper sind wir nur Schlafschafe“, sagt Groschupf.

Am besten auch noch einen Panik-Raum

Aber Wohn- oder Schlafzimmer sind ohnehin Notlösungen. Der wichtigste Raum im Leben eines Preppers ist sein Keller. Aber nicht so einer, wie ihn Stadtwohnungen meist haben, mit Holzlatten abgeteilt, durch die jeder Unberufene schauen kann. Nein, gut isoliert sollte der Keller sein, gepanzert wäre besser, niedrig, möglichst ohne durchlaufende Leitungen. Das ist wichtig für den Katastrophenfall. Am besten, man hat auch noch einen Panik-Raum.
Wer noch nie im Keller eines Preppers war, kann das jetzt online nachholen. Auf dem Youtube-Kanal „Doom Prepper“ führt „Doom Prepper“ durch sein „Rotations-Lager“. Büchsen, Büchsen, Büchsen. Von Wirsingeintopf mit Bauchspeck über Ravioli in Tomatensoße bis zur eingeweckten Kohlroulade.

Hintergrund über das Coronavirus:

Den meisten würde wohl schon beim bloßen Anblick des Kellers schlecht werden, oder wie ein Schlafschaf das bei Groschupf formuliert: „Ehe ich Ravioli aus der Dose esse, müsste schon die Welt untergehen.“ Solch kulinarische Stellungnahmen pflegen Prepper wahrscheinlich bloß mit einem langen, wissenden Blick zu quittieren. „Doom Prepper“, vielleicht 30 Jahre alt, ist um seinen postapokalyptischen Speiseplan nicht zu beneiden. Aber er weiß, wofür er das macht.

„Doom Prepper“ kommt von Doomsday, das ist der Tag des Jüngsten Gerichts, weshalb man in den Vereinigten Staaten auch von den „Doomern“ spricht. Eine verwegene Idee ist es schon, der Apokalypse durch Vorratshaltung begegnen zu wollen. Und mit „Rotationslagern“.

Rotationslager heißt: Neue Büchsen kommen grundsätzlich nach hinten, was aber laut Haltbarkeitsdatum vorn fast schon aus dem Regal fällt, muss gegessen werden.

Gemeinsam begingen sie den Jahrestag des Köpenicker Stromausfalls

So machen das auch Hausfrauen, aber von „Rotationslagern“ sprechen die nie. Seit Medien allerorts wiederholen, was das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe seit 2016 ohnehin empfiehlt, nämlich dass jeder einen Notvorrat für zehn Tage besitzen sollte, entwickeln breite Schichten ein Gespür für das tendenziell Unnormale der Normalität.

Rund 70 Prozent der Bundesbürger halten Krisenvorsorge für wichtig, doch gerade einmal fünf Prozent haben, schätzt man beim Prepper-Shop „Sicherstadt“, einen Notfallvorrat. Das war der Vor-Corona-Stand, natürlich.

Groschupf verfolgt noch immer die Prepper-Onlineforen, es ist eine alte Gewohnheit. Da steht etwa: „Zweite Stiege H-Milch in den Keller gepackt, wird nun Teil der Rotation.“ Oder: „Hab heute meinen Eltern ein Pandemie-Paket geschickt.“ Oder: „Bestelltes Dosenbrot nach Lieferverzögerung heute in das Vorratsregal geräumt.“ Dialoge sind eher selten.

Auch Groschupf registriert das steigende Triumphgefühl in der Szene, Tausende haben sich bei den Onlineforen neu angemeldet. Eben begingen sie gemeinsam den ersten Jahrestag des großen Köpenicker Stromausfalls. Da ging nichts mehr.

Prepper sind zu 95 Prozent Männer, sagt Groschupf, und zwar jüngere Männer älteren Typs, nicht selten habituelle Einzelgänger. Nicht selten – und das soll nicht bösartig klingen – die Letzten oder Vorletzten, die einmal die Ersten sein wollen.

Nicht selten solche, die den Ausnahmezustand, so wie er beispielsweise nun in Italien herrscht, fast herbeizusehnen scheinen. Denn erst dann würde man erkennen, wer sie wirklich sind: die wahren Helden, die Helden der letzten Stunde. Hier liegen jedoch auch die Eintrittspforten zu rechtsextremen „Wehrhöfen“ und was der gelebten Extremismen mehr sind.

Fremde in ihrer eigenen Welt

Aber man sollte es sich nicht zu einfach machen. Wir sind Urhordentiere. 95 Prozent aller Tage, seit denen die Menschen stammesgeschichtlich gesehen auf diesem Planeten wandeln, sind sie in Kleingruppen durch eine potenziell feindliche Umwelt gezogen.

Ihre Gene haben das nie vergessen. An ihre mittlerweile selbst geschaffene Umgebung hat die Evolution sie nicht angepasst. Genetisch betrachtet sind sie Fremde in ihrer eigenen Welt. Krisensituationen erinnern sie daran. In Krisensituationen denkt keiner mehr mit der Großhirnrinde. Aber womit dann?

Vor einem gutbürgerlichen Wohnhaus in Berlin-Wilmersdorf stehen zur Begrüßung links und rechts zwei ehemalige Olivenbäume, schon fast ohne Blätter, gesichert mit schweren Metallketten. Zwei postapokalyptische Lebensformen, der Prepper-Maxime ausgesetzt: Jeder sorgt für sich allein! Hinter dieser Tür hält der Prepper Daniel Schäfer gleich ein Seminar für Existenzgründer.

„Wer bei der Planung versagt, plant sein Versagen“

Ein sympathischer Mann in den Vierzigern, dem man auch den Chefarzt, Anwalt oder Professor glauben würde, bietet einem den Corona-Gruß an: mehrmaliges Aneinanderklopfen mit den Knöcheln der geschlossenen Hand. Vielleicht hat er so am Vormittag auch das russische Fernsehteam empfangen, das ihn zur Vorsorgelage der Nation befragt hatte.

Die haben gesagt, der amerikanische Geheimdienst habe das Virus entwickelt, um China zu schaden, sagt der Existenzgründer-Trainer. Es heißt, Prepper seien besonders anfällig für Verschwörungstheorien, aber in Schäfers offenes Gesicht malt sich nichts als Unglaube. Wahrscheinlich war das russische Fernsehen sehr enttäuscht von seiner Ignoranz.

An der Stirnwand von Schäfers Büro steht in großen schwarzen Buchstaben das Motto: „Wer bei der Planung versagt, plant sein Versagen.“ Könnte ein Prepper-Spruch sein. Schäfer sitzt jetzt hinter einem riesengroßen halbrunden lederbezogenen Schreibtisch aus Eibe, wie man ihn eher in einem Londoner Herrenclub vermuten würde, und spricht über weiße und schwarze Schwäne.

Der weiße Schwan, das wird bald klar, ist die mitteleuropäische Friedenszeit seit 1945. Mitteleuropäer glauben nicht mehr an schwarze Schwäne, schon ihr Gewohnheitssinn, also ihr Normalitätssinn, spricht dagegen. Aber jeder weiß: Es gibt sie.

Schäfers Wahrnehmungen sind ohnehin etwas anders geerdet. „Ich habe bei der Bundeswehr die Einzelkämpferausbildung Teil eins und Teil zwei gemacht“, sagt er. Teil eins war „Überleben im feindlichen Hinterland“. Nur schwarze Schwäne. Nichts zu essen, nichts zu trinken, nicht schlafen und gejagt werden. Als es vorbei war, habe Schäfer jeden Wasserhahn angeschaut wie ein Wunder. Wasser aus der Wand, normal ist das nicht.

Prepper haben grundsätzlich zwei Rucksäcke

Prepper glauben nicht, dass der Staat im Ernstfall noch handlungsfähig ist. Sie entwerfen gern Katastrophenszenarien: was in welcher Reihenfolge wie schnell zusammenbricht, bis die Plünderer durch die Straßen ziehen. Und wenn dann auch kein Wasser mehr kommt: Keinesfalls auf die Toilettenspülung drücken, unbedingt die kostbaren Liter aus dem Kasten retten! Und rechtzeitig die Wanne volllaufen lassen, aber kein Bad drin nehmen!

„Für 30 Tage zu Hause, 30 Tage draußen bin ich vorbereitet“, erklärt der Existenzgründer-Trainer, der auch Survivalcamps anbietet. Es gibt da Schnittmengen. Nebenbei studiert er Theologie.

Natürlich hat Schäfer Vorräte vergraben, in Berlin und außerhalb. Er hat Fluchtrouten geplant, mit Familie und Freunden Treffpunkte verabredet. Beide Fluchtrucksäcke sind gepackt.

Schäfer bemerkt den fragenden Blick und fügt an: „Prepper haben grundsätzlich zwei, einen kleinen und einen großen. Der kleine ist der EDC-Rucksack, every day care.“ Oder every day carry, gefüllt mit allem, was Prepper täglich bei sich haben sollten. Im großen stecke vor allem Technik.

Kalorien! Kaffee! Klopapier!

Genau das, was auch Stephan Brienen vom Klever Prepper-Shop im Augenblick hauptsächlich verschickt. Oder verschickte: etwa das Zehn-Tage-Notfallpaket inklusive Gasheizer, Gaskocher, „Micropur MF1T Wasserentkeimer“, „Waka Waka Solar Powerbank 2200 mAh“ zum Handyaufladen im Wald, Solar-Kurbelradio und die „Feuerhand“-Sturmlaterne. Macht 299 Euro, leider auch schon ausverkauft. Ein fertig gepackter großer Fluchtrucksack kostet 1499 Euro.

Man muss nicht immer vom Jüngsten Tag reden. Zeitgenössische Intelligenzen übersetzen ihn so: the end of the world as we know it. Das Ende der Welt, wie wir sie kennen. Für Brienen begann es mit Fukushima 2011, bei anderen war die Finanzkrise von 2008 das große Signal. Geld kann keiner essen.

Brienens schleswig-holsteinischem Prepper-Kollegen Clayton Husker zufolge lauten die drei großen K des Prepping: Kalorien! Kaffee! Klopapier! Kaffee ist im 30-Tage-Notfall-Paket übrigens nicht drin. Bei Brienen gibt es gewöhnlich welchen, bis 2034 haltbar. Aber auch ausverkauft.

Mit der Armbrust vorm Nudelregal

Der Stellenwert des Toilettenpapiers in der Szene ist absolut auffällig. Zu Brienens im Augenblick nicht lieferbarem Notfall-Technikpaket gehört auch eine Not-Toilette mit zwölf Einmalbeuteln und fünf Rollen Toilettenpapier. Die sind extra angegeben.

Und Schäfer kann das erklären: Toilettenpapier sei ohne Zweifel ein geniales Produkt. Neben der Primärverwendung eigne es sich auch als Verband-, Isolier- und Informationsmaterial und als Wasserfilter.

Vor allem verschicke Brienen im Augenblick Pfefferspray. Pfefferspray bei Corona? Natürlich, sagt Brienen. Es genüge nicht, Vorräte zu haben, man müsse sie im Ernstfall auch zu verteidigen wissen. Nato-Draht verkaufe sich auch gut.

Vielleicht hat er recht. Wenn im geleerten Supermarkt plötzlich tausend Hände nach der letzten Packung Pasta greifen … Falls da aber plötzlich einer mit Armbrust vorm Nudelregal steht, ist das gewiss ein Prepper.

Die Vorliebe der Prepper für Armbrüste ist auch dem „Berlin Prepper“-Autor Groschupf aufgefallen. Armbrüste sind legal und schrecken Vorratsdiebe ab. Und man kann mit ihnen jagen wie die Vorfahren.

Groschupf dagegen hat nicht nur keine Armbrust, sagt er, er habe auch keine einzige Extra-Portion Pasta im Haus.

Auf der Webseite des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, das seine Empfehlungen für völlig ausreichend hält, kann jeder nachlesen, was er unbedingt haben sollte für den Notfall. Da steht etwa: Spargel in Gläsern, 400 Gramm. Ananas in Dosen, 350. Habe Groschupf auch nicht. Er müsste dringend einkaufen gehen. „Ich gehe lieber in die Bibliothek!“, sagt er.

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