Franziska Giffey (SPD) befürwortet die Debatte um eine Dienstpflicht. Foto: picture alliance/dpa
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Berlins Regierende zur Einführung einer Dienstpflicht „Vielleicht gehört zur Zeitenwende, dass jeder junge Mensch ein Jahr für die Allgemeinheit aufbringt“

Deutschland diskutiert die Idee des Bundespräsidenten. In Berlin befürwortet Franziska Giffey die Debatte. Der Landesjugendring macht Gegenvorschläge.

Braucht es einen sozialen Pflichtdienst für junge Menschen, wie ihn Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in der „Bild am Sonntag“ fordert?

Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) befürwortet zumindest eine entsprechende Debatte: „Den Vorschlag von Bundespräsident Steinmeier finde ich überlegenswert, gerade in Krisenzeiten. Das Prinzip der Freiwilligkeit habe ich immer unterstützt, aber wir leben in einer veränderten Zeit und vielleicht gehört zur Zeitenwende auch, dass jeder junge Mensch ein Jahr seines Lebens für den Einsatz für die Allgemeinheit aufbringt“, sagte sie am Montag auf Anfrage des Checkpoint-Podcasts „Berliner & Pfannkuchen“. Und weiter: „Ein solches Jahr dient nicht nur dem Gemeinwohl, sondern ist auch eine prägende Erfahrung für jeden jungen Menschen, die Orientierung gibt, den Horizont erweitert, ein Leben lang bereichert und sogar Weichen für den späteren beruflichen Weg stellen kann.“

In Berlin engagieren sich derzeit mehr als 2.300 junge Menschen freiwillig im sozialen (FSJ) oder ökologischen Jahr (FÖJ), wie die Bildungsverwaltung auf Anfrage mitteilt. Das sind 11 Prozent aller Berliner Schulabgängerinnen. Lisa Heiduck, Referentin fürs Freiwillige Soziale Jahr beim Landesjugendring in Berlin, sieht die Dienstpflicht als „falschen Weg“. Zielführender sei es, die bestehenden guten Freiwilligendienste attraktiver zu gestalten und auszubauen, sodass alle jungen Menschen Lust bekommen, einen solchen Dienst zu machen. Als Beispiel dafür nannte Heiduck ein höheres Taschengeld oder ein kostenloses ÖPNV-Ticket. „Man muss sich ein Freiwilliges Soziales Jahr leisten können. Das heißt, die Eltern müssen das freiwillige Jahr vor allem finanziell unterstützen können.“ Mehr zur Debatte - und Einordnungen von Charité-Intensivpfleger Alexander Eichholtz und Jana Krämer vom Jugendportal JUP Berlin - gibt's in der aktuellen Podcastfolge.

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Außerdem Thema bei „Berliner & Pfannkuchen“: Die Urlaubssaison steht vor der Tür und der Betrieb an europäischen Flughäfen ist zum Teil sehr angespannt wegen fehlendem Personal. Wie sieht die Lage am Flughafen BER aus? Dazu äußern sich ein Sprecher der Betreibergesellschaft FBB und Lars Corsten von der „Vereinigung Passagier“.

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