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Der erste Aufzug zur Straßenbahn, ab sofort in der Landsberger Allee. Foto: Ralph Marzischewski / BVG
© Ralph Marzischewski / BVG

Zwölf Jahre und 2,3 Millionen für einen Aufzug Der erste Fahrstuhl bei der Berliner Straßenbahn geht in Betrieb

Zwölf Jahre nach Planungsbeginn hat die BVG einen Aufzug an der Landsberger Allee eröffnet. Es ist der erste bei der Straßenbahn.

Am Dienstag hat die BVG in Berlin einen Aufzug fertiggestellt, der doppelt bemerkenswert ist: Es ist der erste zu einer Straßenbahnhaltestelle, und die Planung dauerte zwölf Jahre. Er kostete 2,3 Millionen Euro und soll das Umsteigen zwischen Straßenbahn und S-Bahn am Knoten Landsberger Allee erleichtern.

Der Tagesspiegel hat mehrfach in den vergangenen Jahren über die Pannen bei Planung und Bau berichtet. 2015 hieß es: "Das Grauen beginnt im Untergrund."

Im Sommer 2021 stellte sich heraus, dass der Aufzug zwar fertig ist, aber nicht in Betrieb genommen wird. Zunächst müsse der Fußgängertunnel saniert werden. 

Denn auch wenn der Aufzug jetzt fährt, die unendliche Geschichte von der Landsberger Allee ist nicht zu Ende. Dies teilte die BVG mit: "Als nächster Schritt wird die Fußgängerunterführung saniert. Anschließend folgt die Sanierung der Vorhalle, parallel wird dort dann ein weiterer Aufzug gebaut."

Jahreszahlen nennt die BVG nicht. Seit Jahren gibt es dort beschmierte uralte Fliesen, ebenso beschmierte Bauzäune aus Holz, darüber düster-dämmeriges, oranges Glühlampenlicht. 2015 schrieb der Tagesspiegel: "Der Tunnel ist ein heruntergekommenes Loch." 

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Zuletzt war von 2024 die Rede. Im vergangenen Jahr hatte ein BVG-Sprecher gesagt, dass Aufzug und Tunnel nicht parallel gebaut werden konnten, da die BVG Rücksicht auf die Sperrzeiten der S-Bahn nehmen müsse. Grundsätzlich liege es an der „sehr komplexen Abstimmung zwischen den vielen Beteiligten“, hatte die BVG 2021 mitgeteilt.

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Im Jahr 2016 hatte die BVG fast wortgleich geantwortet und die Verzögerungen erklärt mit „komplexen Abstimmungen mit einer Vielzahl von Behörden und Verwaltungen, die ungeplant aufgetreten sind“.

Hinter dem Bauzaun links in dem beschmierten Tunnel ist der Aufzug nun fertig. Doch fahren wird er erstmal nicht.  Foto: Jörn Hasselmann Vergrößern
Hinter dem Bauzaun links in dem beschmierten Tunnel ist der Aufzug nun fertig. Doch fahren wird er erstmal nicht.  © Jörn Hasselmann

2021 hatte die Verkehrsverwaltung das Jahr 2024 genannt als Jahr der endgültigen Fertigstellung. In der Antwort auf eine Anfrage des Abgeordneten Sebastian Schlüsselburg (Linke) heißt es weiter, dass das Projekt aus dem Jahr 2010 ursprünglich „ca. 3,7 Mio. EUR“ kosten sollte. 2012 sei eine Fußgängerampel beantragt worden, 2014 seien die Straßenbahn-Haltestellen saniert worden. Soweit die Verkehrsverwaltung. Dann passierte fünf Jahre nichts mehr, außer dass die Planungen geändert wurden. 

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