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Ausgebrannte Bücherbox am Stuttgarter Platz in Berlin-Charlottenburg. Foto: Cay Dobberke
© Cay Dobberke

Zweierlei Berlin Gestaltungslust trifft auf Zerstörungswut

Im urbanen Raum verbreiten sich zwei gegensätzliche Haltungen. Woher kommt der Drang, kaputt zu machen, wofür sich andere engagiert haben? Ein Kommentar.

Zweierlei Berlin in einer Geschichte: Liebevoll war die Bücherbox auf dem Stuttgarter Platz gehegt und bestückt worden, brachial wurde sie niedergebrannt (mehr zu dem aktuellen Fall hier in unserem City-West-Newsletter).

Gestaltungslust und Zerstörungswut – auch nach Jahrzehnten in Berlin erstaunt mich der Kontrast zwischen zwei gegenteiligen, aber jeweils weit verbreiteten Haltungen hier immer aufs Neue. Dies in einer Stadt, die wegen der Umsetzungsschwäche ihrer Behörden und oft fehlender Mittel auf Leute angewiesen ist, die selbst anpacken, planen und machen.

Die einen begrünen Baumscheiben, die anderen pflügen mit ihren Autos hindurch oder hinterlassen den Kot ihrer Hunde und ihren Müll. Die einen pflanzen Sträucher und Bäume, die anderen klauen und zerstören sie. Die einen bemalen Wände, die anderen schmieren drauf rum.

Die Motivation der jeweils ersten Gruppe leuchtet mir ein: Lust am Gestalten, an Teilhabe, wohl auch ein bisschen Inbesitznahme. Ist letztere das Motiv für die Zerstörung? Ihr macht euch hier nicht breit, ihr habt hier nüscht zu vaändern!

Mag sein, so richtig kann ich mich nicht reindenken. Aber mir fällt es ja auch schon schwer nachzuvollziehen, dass Menschen ihre Kippen auf den Boden werfen, während genau das für viele zum entspannt liberalen Lebensstil zu gehören scheint.

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