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Eine Ärztin zeigt im Corona-Impfzentrum in der Arena, wie eine Spritze gesetzt wird. dpa
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Wirrwarr um die Belieferung mit Impfstoff Berliner Impfzentrum kann Hochbetagte doch ab Montag behandeln

Erst hieß es, im Berliner Impfzentrum "Arena" könnten Über-90-Jährige wegen Impfstoffmangels erst ab 11. Januar behandelt werden. Nun geht es doch schneller.

Beim Thema Impfschutz ändern sich die Nachrichten in extremer Geschwindigkeit. Am Mittwochvormittag erklärte die verärgerte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD), in der ersten Woche des neuen Jahres würde kein neuer Impfstoff nach Berlin geliefert. Das bedeute auch, dass im Impfzentrum „Arena“ in Treptow erst ab 11. Januar geimpft werden könne. Dann sollen Menschen behandelt werden, die älter als 90 Jahre sind.

Am Mittwoch um 15 Uhr sagte Detlef Cwojdzinski, der Leiter der Projektsteuerung der Impfzentren in Berlin, dem Tagesspiegel: „Das Impfzentrum bekommt ab 4. Januar doch 600 Impfdosen pro Tag, das ist eine Information der Gesundheitsverwaltung.“ Offenbar werden in Berlin vorrätige Dosen zugunsten der „Arena“ umgeschichtet

Damit ist jetzt aber klar, dass ab Montag in dem früheren Kulturzentrum, wie geplant, geimpft werden. Allerdings etwas weniger als ursprünglich gedacht. „Wir planen mit 700 Impfungen pro Tag“, hatte Mario Czaja, der Präsident des Landesverbands Berlin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), noch am Vormittag erklärt, als er über die Arbeit und die Planungen des Impfzentrums informierte.
Die Einladungen der Senats-Gesundheitsverwaltung an die betroffenen Senioren und Seniorinnen sind rausgegangen.

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In Berlin gibt es 23 400 Menschen, die 90 Jahre und älter sind. Angeschrieben wurde berlinweit, nicht bloß im Einzugsgebiet der „Arena“. Dieses Impfzentrum ist derzeit das einzige der sechs in Berlin, das geöffnet hat. Die anderen können sofort ihren Betrieb aufnehmen, sobald sie genügend Impfstoff haben.

Wer sich anmeldet, wird kostenlos nach Treptow gefahren

Wer sich in dieser Phase bei der „Arena“ anmeldet, wird kostenlos nach Treptow gefahren, die Rechnung bezahlt die Senats-Gesundheitsverwaltung. Betrieben wird das Impfzentrum vom DRK, nicht von der DLRG und dem Arbeitersamariterbund, wie in einer früheren Version irrtümlich berichtet worden ist. 50 Mitarbeiter des DRK sowie 70 Bundeswehrangehörige stehen für die Betreuung der Menschen bereit. Sie werden die Senioren quasi die ganze Zeit zur Seite stehen, sie helfen beim Ein- und Aussteigen aus dem Taxi, beim Ausfüllen von Formularen, beraten und beantworten Fragen.

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Zu den Leidtragenden der verzögerten Lieferung nach Berlin könnten nun aber die Menschen ab 80 Jahre werden. Die Hauptstadt sollte ursprünglich ab 4. Januar 29 250 Impfdosen erhalten. „Die hätten wir gebraucht, um mit den über 80-Jährigen anfangen zu können. Das können wir jetzt natürlich nicht, weil diese Impfdosen fehlen“, sagte Kalayci der Deutschen Presseagentur (dpa). Es gebe auch später keinen Ersatz dafür. Auch für Pflege- und Klinikpersonal reichten die eingeplanten Impfstoffmengen für Anfang Januar nun nicht aus. Ob sich die Situation kurzfristig ändert, ist derzeit völlig unklar.

Es wird schneller geimpft als ursprünglich geplant

„Wir hatten eigentlich gedacht, dass wie eine einmalige Lieferung von 9000 Dosen bekommen“, sagte Detlef Cwojdzinski, „aber jetzt kommt der Stoff nur scheibchenweise.“ Zudem wird er schneller verbraucht als gedacht. „Jeden Tag wird mehr geimpft als geplant, vor allem durch die mobilen Teams“, sagte DRK-Präsident Czaja. Deren Zahl ist erheblich erhöht worden.

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Wegen des Mangels an Impfstoff ist auf Weisung der Senats-Gesundheitsverwaltung das Impfzentrum zwischen 31. Januar und 3. Januar geschlossen. „Unter den gegebenen Umständen“ findet das Czaja „für durchaus sinnvoll“. Bis 3. Januar würden in der „Arena“ einige Dinge umgebaut, zum Beispiel der Eingangsbereich, damit es dort zu keinen Staus komme.
Die „Arena“ ist am 27. Dezember eröffnet worden, bis zur Schließung sind dort vor allem Pfleger und anderes medizinisches Personal geimpft worden. Nach Angaben der Senatsgesundheitsverwaltung wird die "Arena" auch deshalb bis 3. Januar geschlossen wird, weil über Silvester und Neujahr zu wenig Buchungen um Impfen gegeben habe .

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