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Michael Müller (SPD), Regierender Bürgermeister, am Donnerstag im Abgeordnetenhaus. Foto: Wolfgang Kumm/dpa
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„Wir haben zu viel Egoismus und Gleichgültigkeit“ Berlins Regierender Bürgermeister Müller kritisiert Ungeimpfte

Müller forderte am Donnerstag mehr Offenheit gegenüber einer Impfpflichtdebatte. Impfgegner stellen sich nach seiner Einschätzung ins gesellschaftliche Abseits.

Berlins Regierender Bürgermeister hat mehr Offenheit gegenüber einer Impfpflicht-Debatte gefordert. "Natürlich muss es der Politik erlaubt sein, darüber nachzudenken, ob wir die Impfpflicht in bestimmten, sensiblen Bereichen brauchen", sagte Michael Müller (SPD) am Donnerstag im Abgeordnetenhaus. Als Beispiele nannte er medizinische und pflegende Berufe, den Öffentlichen Personennahverkehr sowie die Polizei. 

Vor dem Hintergrund der massiven Corona-Welle äußerte Müller auch seinen Unmut über Menschen, die noch immer nicht geimpft sind. Es sei zwar richtig, dass man weiter für die Impfung werben und Angebote schaffen müsse. "Ich glaube, wir haben nicht zu wenig Angebote (...). Wir haben zu viel Egoismus und Gleichgültigkeit. Das ist das Problem."

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Impfgegner oder -skeptiker stellen sich nach Einschätzung Müllers ins gesellschaftliche Abseits. "Wer weder bereit ist, die Aha-Regeln zu beachten oder sich impfen zu lassen (...), der wird nicht von der Solidargemeinschaft ausgeschlossen", sagte er mit Blick auf bestehende Einschränkungen für diesen Personenkreis. "Er selbst stellt sich außerhalb der Solidarität und einer Gesellschaft, die seit fast zwei Jahren gemeinsam diese Pandemie erträgt und versucht, sich ihr entgegenzustellen."

Auf Anti-Impf-Zwischenrufe aus der AfD-Fraktion erwiderte der Regierende Bürgermeister: "Es geht nicht mehr, dass eine Minderheit, die Sie offensichtlich vertreten, dauerhaft eine Mehrheit dominiert." (mit dpa)

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