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Luft raus. Radaktivist Heinrich Strößenreuther trieb bislang die Politik vor sich her. Ist es nun andersherum? Foto: Kai-Uwe Heinrich
© Kai-Uwe Heinrich

„Wir haben Differenzen“ Verbietet Berlins CDU-Chef Radaktivist Strößenreuther die Demo-Teilnahme?

Radfahrer protestierten am Samstag gegen den Ausbau der A100 - ausgerechnet Radaktivist Heinrich Strößenreuther fehlte. Lag es am CDU-Parteibuch? Eine Glosse.

Den Aktivisten treibt es häufiger mal auf die Straße, um für seine Sache einzustehen. Verstärkt wird dieses Phänomen noch, wenn man als Fahrradaktivist unterwegs ist und für eine neue Verteilung des Straßenlandes kämpft.

So kannte man auch Heinrich Strößenreuther, eigentlich. Von der Straße aus kämpfte er über Jahre für ein Mobilitätsgesetz. Umtriebig, fast nervig trieb er die Verkehrsverwaltung vor sich her. Mal radelte er als Nikolaus verkleidet durch die Stadt, mal nackt, mal wurden falsch geparkte Karossen mit Sprühsahne verziert. Die Straße, sie war Strößenreuthers Revier.

Seit ein paar Wochen ist er jedoch Mitglied der Autopartei Deutschlands, und dem CDU-Parteibuch gelingt nun zuvor Unvorstellbares: Strößenreuther zu bremsen.

Statt am Sonnabend auf eine Fahrraddemo gegen den Ausbau der A100 zu gehen, twitterte Strößenreuther: „Liebe Fahrrad-Bubble, leider kann ich heute nicht dabei sein. Kai Wegner und ich haben dazu gesprochen. Wir haben Differenzen über den weiteren Ausbau über den derzeitigen Bauabschnitt hinaus“.

Demoverbot wegen „Differenzen“? „Alle Deutschen haben das Recht, sich ohne Anmeldung oder Erlaubnis friedlich und ohne Waffen zu versammeln“, heißt es im Grundgesetz. Und ergänzend im Parteibuch, anscheinend: „Außer, der CDU-Landesvorsitzende verbietet es.“

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