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In weiten Teilen Deutschlands begann der April 2022 mit Schnee. Foto: dpa
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Wetter in Berlin und Brandenburg 257 Sonnenstunden im März neuer Rekord – nun folgen Frost, Regen, Wind

Der März war sogar sonniger als ein normaler Sommermonat. Nach fünf Wochen Trockenheit ist bald kräftiger Regen in Sicht. Und am Wochenende bis minus fünf Grad.

Was Berlin und Brandenburg im Winter weitgehend erspart blieb, folgte nun im Frühling: Winterwetter. Südlich und westlich der Hauptstadt fiel am Freitagmorgen Schneeregen – und überall wehte ein eisiger Nordostwind. Das Wochenende bleibt zwar trocken, wird aber ähnlich ungemütlich – und mit Frost bis minus fünf Grad in der Nacht zu Sonntag auch für empfindliche Pflanzen kritisch, die im sonnigen März schon ausgetrieben haben oder von allzu optimistischen Besitzern ins Freie gestellt worden sind.

Vor allem einige bereits aufgeblühte Obstbäume dürfte es kalt erwischen – und die Ernte 2022 schon vorab ruinieren. Vor allem Pfirsichbäume dürften betroffen sein; andere Obstbäume wie Äpfel und die meisten Kirschen sind noch nicht aufgeblüht.

Davon abgesehen ist das, was sich wie ein verspäteter Winterrückfall anfühlt, nur die Normalisierung des Wetters nach einem extremen Monat: Mit 257 Sonnenstunden war der März an der Wetterstation Dahlem nicht nur der sonnigste unter seinesgleichen seit Messbeginn 1908, sondern sogar sonniger als ein durchschnittlicher Juni oder Juli, die es durchschnittlich auf etwa 240 Sonnenstunden bringen.

Im März wären 132 Stunden normal. Und selbst dieser Wert, der aus den von zunehmendem Klimawandel geprägten Jahren 1991 bis 2020 gemittelt ist, liegt schon höher als das Mittel der 30-jährigen Periode davor (122 Stunden).

Extreme Trockenheit: Letzter nennenswerter Regen im Februar

Mit dem Sonnenrekord verbunden ist extreme Trockenheit; der letzte nennenswerte Regen fiel Ende Februar. „Der März war mit 0,7 Liter pro Quadratmeter einer der vier trockensten Monate seit Messbeginn“, sagt Jörg Riemann, Chefmeteorologe der „Wettermanufaktur“ in Tempelhof. Der auch auf Winterdienstberatung spezialisierte Dienst hatte am 1. April gut zu tun – zumal viele Winterdienstverträge mit Subunternehmern just am 31. März endeten, so dass die Glätte nicht überall beseitigt wurde wie sonst im Winter.

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Während der März – trotz relativ kalter Nächte wegen des meist klaren Himmels und der trockenen Luft – etwas wärmer ausfiel als im langjährigen Mittel, bleibt der April vorerst leicht unterkühlt: Mehr als zehn Grad Höchsttemperatur sind nach Auskunft von Riemann auch nächste Woche kaum zu erwarten.

Gefühlt wird es noch kälter, weil es durchweg windig bleibt, in der ersten Wochenhälfte sogar mit stürmischen Böen. Dazu soll es ab Montag immer wieder regnen, gelegentlich auch kräftig. Mindestens bis zur Monatsmitte dürfte das Wetter durchwachsen bleiben, sagt Riemann mit Blick auf die Prognosen.

Sein Trost: Für viele Pflanzen kommt der Regen – sofern er reichlich fällt – gerade noch rechtzeitig. "Die Trockenheit am Beginn der Wachstumsphase hat bei manchen Pflanzen den Vorteil, dass sie längere Wurzeln ausbilden. Das hilft ihnen dann in sommerlichen Trockenperioden", sagt der Meteorologe und fügt hinzu: "Ganz ohne Regen geht es natürlich nicht. Insofern freue ich mich auf das Wetter der kommenden Tage."

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