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Kein Quizshow: 2014 wurde mit einer Hotline um Quereinsteigende geworben. Foto: Alice Epp
© Alice Epp

Update Werbewoche für Erzieher und Lehrkräfte Berlin weitet Personalsuche für Kitas und Schulen massiv aus

Groß angelegte Telefonaktion: Vom 13. bis 17. September gibt es für Bewerber einen besonders kurzen Draht zu Schulen, Kitas und Trägern mit freien Stellen.

Der „Berlin-Tag“ ist Vergangenheit. In diesem Jahr wird die Bewerbermesse für Beschäftigte von Kitas und Schulen auf eine ganze Woche ausgeweitet: Vom 13. bis zum 17. September sollen Nachwuchskräfte sowie Quereinsteigende durch eine groß angelegte Telefonaktion in direkten Kontakt mit suchenden Schulen, Kitas und Jugendämtern kommen.

Dies gab die Senatsverwaltung für Bildung und Jugend am Freitag bekannt. Wie viele Beschäftigte für den Einstellungstermin 1. Februar insgesamt gesucht würden, stehe noch nicht fest.

Berlin versucht bereits im achten Jahr, durch zentrale Informationsveranstaltungen den Lehrkräftemangel zu bekämpfen: Seit 2014 wird offiziell um Quereinsteigende geworben.

Ab Montag werden Vertreter von 170 Schulen, Trägern der Kinder- und Jugendhilfe, Kitas, Jugendämtern, Schulaufsichten, Projekten sowie Lehramtsstudiengängen der Universitäten zwischen 10 und 18 Uhr telefonisch erreichbar sein. Anmeldungen sind nicht notwendig.

Die Ausgangslage ist brisant: In den Vorjahren wurden allein zum Februar immer rund 1000 Lehrkräfte benötigt. Dem gegenüber stehen nach Informationen des Tagesspiegels aber nur knapp 500 Absolventen – darunter rund 80 Oberschulkräfte mit Fächerkombinationen, die eigentlich nicht benötigt werden.

Die Grundschulen haben den größten Mangel

In den Grundschulen hingegen und in den Mangelfächern der Oberschulen kann der Bedarf – wie seit Jahren – bei weitem nicht gedeckt werden. So beenden für den großen Bereich der Inklusion berlinweit nur 45 Sonderpädagog:innen ihr Referendariat.

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An Grundschulkräften werden nur 80 Absolvent:innen erwartet, obwohl erfahrungsgemäß hunderte gebraucht würden. Verschärfend kommt hinzu, dass ein Großteil aller Lehramtsabsolventen in andere Bundesländer abwandert – aus persönlichen Gründen oder wegen der dortigen Verbeamtung.

Diese süße Mischung ließ die Bildungssenatorin an die Helfer der Info-Hotline verschicken. Foto: privat Vergrößern
Diese süße Mischung ließ die Bildungssenatorin an die Helfer der Info-Hotline verschicken. © privat

Allein im Sommer hatten wie berichtet über 700 - nach anderen Angaben sogar weit über 800 - Lehrer Berlin verlassen, und es mussten rund 2000 Seiten- und Quereinsteigende eingestellt werden. Dennoch gelang es bis heute bei weitem nicht, alle Stellen zu besetzen, berichtete am Freitag Dieter Haase vom Gesamtpersonalrat auf Anfrage.

Auch in der Sozialarbeit sind viele Stellen frei

Angespannt ist die Lage auch in anderer Hinsicht: Berlins Koalition hatte beschlossen, dass alle Schulen Hilfe durch Sozialarbeiter:innen bekommen sollen. Auch sie sind aber knapp, worauf Dutzende freie Stellen bei der Jugendhilfe deuten. Auch alle zwölf Jugendämter beteiligen sich deshalb an der Bewerberwoche.

Dem Vernehmen nach ist der "Berlintag" zuletzt nicht mehr so erfolgreich gewesen - mutmaßlich, weil er Corona-bedingt nicht mehr in Präsenz stattfinden konnte. So entfiel auch das direkte Gespräch zwischen Schulleitungen und Bewerber:innen. Den Nachteil will man jetzt dadurch kompensieren, dass die telefonische Erreichbarkeit auf fünf Tage gestreckt wird.

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