Zum Corona-Überblick: Alle Zahlen zu SARS-CoV-2 in Deutschland
Ist es jetzt eine Erkältung? Grippe? Oder Corona? Viele Menschen sind verunsichert. Foto: Jörg Carstensen/dpa
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Was verunsicherte Berliner wissen müssen Nicht jeder muss auf das Coronavirus getestet werden

Jedes Halskratzen löst zurzeit Sorge aus. Es könnte ja vielleicht doch Covid-19 sein, oder? Die wichtigsten Fragen und Antworten für alle Besorgten.

Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle steigt, die der unbestätigt Infizierten ist sicher viel höher. Mutmaßlich Betroffene fragen, was zu tun sei. In Ämtern, Kliniken und Praxen, aber auch unter der Hotline des Senats ist oft niemand zu erreichen, weil Tausende Anrufer die Leitungen blockieren.

Wann liegt ein Verdachtsfall vor?

Die meisten Betroffenen werden nicht merken, dass sie sich infiziert haben. Noch ist unklar, wie lange Coronaviren im Freien überleben, wie leicht sie durch Tröpfchen übertragen werden und ob sich Betroffene mehrfach anstecken können – weil das Virus womöglich mutiert und so eine Immunisierung ausfällt.

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Anzeichen einer Infektion sind laut Robert-Koch-Institut neben Husten, Schnupfen, Halskratzen vor allem Fieber, seltener Durchfall. Für Laien ist kaum möglich, das durch das Coronavirus ausgelöste Lungenleiden Covid-19 von üblicher Grippe zu unterscheiden. Noch sind auch Erkältungen wahrscheinlicher als ein Corona-Infekt.

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Wann muss ich zum Arzt?

Wer sich sorgt, mit dem Coronavirus infiziert zu sein, sollte trotz überbeanspruchter Leitungen versuchen, den Hausarzt oder das örtliche Gesundheitsamt zu erreichen, um die Symptome vorab beurteilen zu lassen. Dazu ist auch die Hotline des Senats (9028 28 28) und der Kassenärztlichen Vereinigung (116 117) da. In Berlin wurden sieben zentrale Untersuchungsstellen für begründete Fälle eingerichtet. Ein Liste mit Adressen, Regeln und Nummern ist auf der Corona-Internetseite des Senats zu finden.

Generell gilt: Das Virus ist neu, Ärzte sind nicht immer einer Meinung. Im Februar gingen Mediziner davon aus, dass Patienten womöglich erst nach vielen Tagen positiv getestet werden: Ein negativer Test in den ersten Tagen nach einer vermuteten Infektion sage wenig aus. Das Virus könne, erklärte auch Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD), bei einem zu frühen Test unentdeckt bleiben – was bei den Patienten zu Leichtsinn und so zu weiteren Ansteckungen führen könnte.

Warum werden nicht alle getestet?

Das würde die Kapazitäten überschreiten. Erst seit Januar existiert ein Test auf das Coronavirus, der an der Charité mitentwickelt wurde. Senatorin Kalayci hat die Labore gebeten, aufzurüsten. Nun können in Berlin fast 4000 Fälle pro Tag getestet werden.

Doch selbst wenn dies dauerhaft geschehe, wäre Berlins Bevölkerung erst in drei Jahren komplett geprüft. Und Tests sind nur Momentaufnahmen. Wer negativ getestet wurde, kann sich morgen anstecken. Deshalb raten Ärzte zu zwei Wochen Selbstisolation.

[Verfolgen Sie die Ereignisse zum Coronavirus in Berlin in einem eigenen Liveblog]

Tipp für Wohngemeinschaften: Ist ein Mitbewohner infiziert in Quarantäne, sollten auch die anderen für 14 Tage keine neuen Kontakte aufnehmen. Wer das dem Arbeitgeber begründen muss, solle sich auf die Empfehlungen der Amtsärzte berufen, hatte die Senatorin gesagt. Mehr Informationen stellt die Senatskanzlei unter www.berlin.de/corona bereit.

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