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Warntag 2020: Bundesweit werden am 10. September alle vorhandenen Warnmittel getestet. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
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Warntag 2020 Warum es in Berlin ruhig blieb

Felicia Klinger

Eine App ersetzt Sirenen für den Ernstfall. Vor allem in der Hauptstadt ist das wichtig. Doch wie funktioniert die Katastrophen-Warnapp Nina?

In vielen Städten haben an diesem Donnerstag die Sirenen geheult. In Berlin blieb es still. Stattdessen vibrierten Handys und Radiosendungen wurden unterbrochen. Warum die Sirenen still blieben: Seit den 1990ern gibt es in Berlin keine Zivilschutzsirenen mehr, weil Berlin zu dicht besiedelt ist.

[Lesen Sie hier: Panne beim Katastrophen-Alarm: WarnApp „Nina“ meldet sich in Berlin 30 Minuten zu spät]

Vor Gefahren könne mit Sirenen nicht genau genug gewarnt werden, so die Senatsinnenverwaltung. Eine Sirene aus Kreuzberg hört man auch noch in Schöneberg. Die Situation dort könnte aber eine ganz andere sein. Mit Sirenen ließen sich zwar Warnungen, Entwarnungen und teilweise die Gefahrenursachen kommunizieren, aber keine Handlungsempfehlungen oder genauere Informationen.

Warntag 2020: App meldete sich zu spät

Stattdessen gibt es Nina. Nina ist klein. Nina ist fünf Jahre alt und Nina kann vor Gefahren warnen. NINA, so heißt die Warn-App des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BKK): die Notfall-Informations- und Nachrichten-App. Seit 2015 werden über die App Warnmeldungen und Handlungsempfehlungen bei Bränden, Stromausfällen, Terrorlagen oder gefährlichen Industrieunfällen verschickt.

Am Warntag, Donnerstag, 10. September, sollten alle, die die App installiert haben, folgende Meldung erhalten: „Bundesweiter Warntag 2020 – Probewarnung; Bundesland: Land Berlin; In Deutschland findet heute der Warntag2020 mit einem bundesweiten Probealarm für alle Warnmittel statt. Es besteht keine Gefahr für die Bevölkerung; Handlungsempfehlung: Informieren Sie Ihre Nachbarn.“ In Berlin allerdings meldete sich Nina eine halbe Stunde zu spät.

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Nach einem Beschluss der Innenministerkonferenz wird ab 2020 jährlich am zweiten Donnerstag im September zur Probe gewarnt. Erstmals seit 30 Jahren. Die Warnmeldung kommt an diesem Tag einheitlich und bundesweit vom BBK.

Im tatsächlichen Katastrophenfall können in Berlin die Polizei, die Feuerwehr und die Innenverwaltung Warnmeldungen verschicken. Wer wann den Alarm auslöse, das hänge von dem Schwerpunkt der Gefahrensituation ab, teilt die Senatsinnenverwaltung mit.

Warntag 2020: Blick auf eine Sirene auf dem Kölner Krankenhaus Merheim. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa Vergrößern
Warntag 2020: Blick auf eine Sirene auf dem Kölner Krankenhaus Merheim. © Rolf Vennenbernd/dpa

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Außerdem werden Meldungen des Deutschen Wetterdienst und der Hochwasserportale der Bundesländer weitergegeben. Im Ernstfall wird zuerst das betroffene Gebiet bestimmt und dann eine Nachricht an alle betroffenen Menschen verschickt. In der App können einzelne Orte oder auf Wunsch auch der aktuelle Standort abonniert werden.

Soll ich zu Hause bleiben oder lieber nach draußen fliehen? In der Warnmeldung stehen neben dem Anlass auch immer konkrete Handlungsempfehlungen. Wenn die Gefahr gebannt ist, wird über Nina entwarnt.

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