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Sprecher:innen des Köpi-Wagenplatzes mit ihrem Anwalt (links im Bild) bei einer Pressekonferenz vor dem Gelände.  Foto: Christoph Soeder/dpa
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Update Vor Räumung des „Köpi“-Wagenplatzes in Berlin-Mitte Polizei sperrt Straße ab, Autonome kündigen Proteste an

Am 15. Oktober soll der linksalternative Wagenplatz geräumt werden. Bereits im Vorfeld richtet die Polizei eine „rote Zone“ ein. Ein Eilantrag der Bewohner scheiterte vor Gericht. 

Bereits einen Tag vor der Räumung der linksalternativen „Köpi“-Wagenburg in der Köpenicker Straße 133-136 in Mitte sperrt die Polizei ab Donnerstagmittag die Straßenbereiche im Umkreis weitläufig ab. Ab 15 Uhr am Donnerstag dürfen nur noch Anwohner:innen und deren Besuch folgende Straßenabschnitte betreten:

  • Köpenicker Straße zwischen Haus-Nummer 140 und Adalbertstraße (einschließlich Kreuzungsbereich)
  • Adalbertstraße zwischen Köpenicker Straße/Adalbertstraße (einschließlich Kreuzungsbereich) und Melchiorstraße/Adalbertstraße (einschließlich Kreuzungsbereich)
  • Bona-Peiser-Weg zwischen Köpenicker Straße und Paula-Thiede-Ufer
  • Paula-Thiede-Ufer zwischen Bona-Peiser-Weg und Engeldamm (einschließlich Gehweg zwischen Schillingbrücke und Engeldamm in Höhe Haus-Nummer 4)

Die Sperrung gilt bis Freitag 23.59 Uhr. Außerdem hat die Polizei im erweiterten Umkreis Halteverbotszonen eingerichtet, die bereits ab Donnerstag 13 Uhr gelten. Diese umfassen einen weiteren Abschnitt der Köpenicker Straße, Teile der Melchiorstraße und Teile des Engeldamms. 

Innerhalb der Sperrgebiete sind keine Versammlungen und Proteste erlaubt, wodurch die Polizei die Räumung des Wagenplatzes am Freitag erleichtern will. Diese soll um 10 Uhr starten. 

Im Umkreis um die sogenannte „Rote Zone“ sind für Freitag ab 5 Uhr morgens diverse Kundgebungen aus dem linken und linksradikalen Spektrum angemeldet. Mehrere Demonstrationen sollen etwa in der Adalbertstraße stattfinden, eine weitere direkt am Rand der Sperrzone in der Köpenicker Straße.

[Lesen Sie mehr auf Tagesspiegel-Plus: Vor der Räumung des Köpi-Platzes: Vor einem Jahr wurde das autonome Berliner Hausprojekt „Liebig 34“ geräumt]

Auch in der Nacht zu Freitag sind mehrere Demonstrationen angemeldet. Das Bündnis „Reclaim Clubculture“ ruft für 18 Uhr zu einer Techno-Demo für de Wagenplatz ab Hermannplatz auf, anschließend soll eine „krawallige Fahrraddemo“ nach Friedrichshain starten. 

Kurz vor der Räumung waren die Bewohner:innen auch mit einem Eilantrag vor Gericht gescheitert. Mit Verweis auf ein neues Gutachten, das zeigen sollte, dass eine Unterschrift des Eigentümers im Gerichtsverfahren gefälscht sei, wollte deren Anwalt Moritz Heusinger die Räumung noch stoppen. 

Das Kammergericht wies den Antrag jedoch zurück, wie ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch sagte. Der Senat habe zugleich festgestellt, dass nach vorläufiger Prüfung auch das laufende Berufungsverfahren gegen die Räumung keine Aussicht auf Erfolg haben dürfte. 

Die Bewohner:innen des Wagenplatzes und ihre Unterstützer:innen rufen seit Wochen berlinweit und auch international dazu auf, gegen die anstehende Räumung zu protestieren und „dezentrale Aktionen“ durchzuführen. Für die Räumung selbst kündigen Linksradikale „größtmöglichen Widerstand“ an. 

Bereits jetzt wurde der Wagenplatz zu einer Festung ausgebaut: Der umschließende Zaun wurde auf etwa vier Meter Höhe ausgebaut und mit Stahlplatten und Stacheldraht verstärkt. In den vergangenen Tagen wurden etwa die Eingangstüren eines Bürgeramtes in Mitte beschädigt und ein Feuer in der Rigaer Straße in Friedrichshain gelegt. Bei den Löscharbeiten attackierten Autonome zudem die Rettungskräfte mit Steinen. 

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