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Verwahrloste Hauptstadt So prägen Müll, Dreck und Vandalismus den Alltag in Berlin

Besprühte Bahnen, Müll auf dem Bürgersteig. In Berlin wird viel Geld ausgegeben, um hinter Bewohnern und Besuchern her zu putzen. Diese Summen fehlen anderswo.

Der ganze Zug ist rot angesprüht. Wenn die fahle Innenbeleuchtung zwischen den Stationen mal ausgeht, bleibt es zappenduster in der S-Bahn.

Wie in einer verschlossenen Blechkiste rumpeln die Fahrgäste durch eine lichtlose Stadt.

"I saw red doors ...", haben die Sprayer auf die rote Farbe an den Wagen gesprüht. Ein Rolling-Stones-Zitat: Paint it black!

Der depressive Song passt wohl als Soundtrack zu einer solchen Fahrt. Traurig können die Kosten für eine solche Sachbeschädigung stimmen: 20.000 Euro veranschlagte die Bundespolizei in einem ähnlichen Fall. Hinzu kommen Zugausfälle.

Stark betroffen sind auch die U-Bahnen der BVG, mit zunehmender Tendenz.

"Zugebombte" Bahnen in Berlin: Sachbeschädigung als Kunst

In Berlin scheint es völlig in Ordnung zu sein, aus den 'besten Bildern' von besprühten Bahnen eine Ausstellung zu machen. Im Ernst, so geschehen in Kreuzberg! Vielleicht findet sich beim nächsten Mal ein Kulturförderungsfonds?

Mal wieder kein Durchblick mehr in einer S-Bahn am Brandenburger Tor. Der Zug wurde laut dpa komplett mit Graffiti bedeckt.

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Da lässt man sein Rad mal eine Zeitlang allein und schon ist es zum Mülleimer geworden. Gesehen an der Boxhagener Straße in Friedrichshain.

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Bestraft werden Müllsünder in Berlin nur sehr selten

Wer seine Coffee-To-Go-Becher in den öffentlichen Raum wirft, muss nach dem im Oktober 2019 beschlossenen Bußgeldkatalog zwar mehr zahlen als bisher. Bis zu 300 Euro. Doch wenn - wie in Neukölln - im ganzen Jahr 2017 nur 560 Euro Bußgeld für weggeworfene Kippen eingenommen werden, oder - wie in Kreuzberg - gar nicht kontrolliert wurde, bleiben Strafen graue Theorie.

Die Strafen im Überblick

  • Zigarettenkippe oder Kaugummi: Bis zu 120 Euro
  • Hundekot auf dem Bürgersteig, der nicht unverzüglich beseitigt wird: Bis zu 300 Euro
  • Hundekot in Grünanlagen, der nicht unverzüglich beseitigt wird: Bis zu 1500 Euro
  • Illegal abgelegte Altreifen: Bis zu 800 Euro
  • Illegale Abladen von Bauabfällen: Bis zu 25.000 Euro

Alles was entfernt an eine Kiste erinnert, wird schnell zum Mülleimer. Hier eine Baustellenabzäunung in Friedrichshain.

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Müll mit Hund - ein Fotomotiv

"Dieses Schrottmoped steht bestimmt schon seit sechs Jahren vor unserer Wohnanlage", schrieb uns Gitte Ley aus der Potsdamer Straße in Zehlendorf. "Keiner fühlt sich zuständig das Teil zu entfernen. So nutzen wir es als Fotomotiv." Sieht etwas gefälliger aus. Rechts hat ihr Dackel auf einem alten Sessel im Zehlendorfer Gemeindewäldchen Platz genommen.

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© Fotos: Gitte Ley

Wo wir gerade bei Tieren sind: "Ich weiß nicht, welche menschlichen Wildschweine das fabriziert haben", schrieb uns Horst Baranowski über diesen Müllberg im Tegeler Fließ. Leider keine Seltenheit in den Wäldern Berlins.

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© Horst Baranowski

Wo Plakate an Ampelmasten in Schichten wachsen wie Bäume und irgendwann zu urbanen Stadtmöbeln werden: Schlesische Straße, Kreuzberg.

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Köpenicker Straße, Ecke Engeldamm in Mitte. Eigentlich sieht es hier immer so aus. Jede Menge Müll, in Einkaufswagen her gekarrt.

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Radfahrverbot, Grillverbot, Leinenzwang. Was nicht gefällt, wird demoliert. Parkregeln sind bei einigen Bewohnern Berlins äußerst unwillkommen, hier im Treptower Park.

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Klassisches Berlin-Malheur: Einen Eimer Farbe gekauft (hier das teure Alpinaweiß), fallen gelassen, weiter gegangen (ohne Eimer). Die Kreuzung sieht wie eine halb gestrichene Wohnung aus? Egal!

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Müde? Nein, eher zu faul, um die alte Matratze zum Recyclinghof zu bringen. Gesehen in Neukölln.

Eine alte Matratze mit der Grafitti-Aufschrift Neukölln. Foto: Gregor Fischer/dpa Vergrößern
© Foto: Gregor Fischer/dpa

Summer in the City und das Brennholz fehlt? Einfach eine Bank anzünden.!

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© Jürgen Clausen

"Ja, Berlin ist wirklich schön!" - über Leihräder stolpern am Kotti.

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Leihräder von der Stange. Am Friedrich-Wilhelm-Platz in Friedenau hatte jemand genug von den herumliegenden Rädern.

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© Manfred Möhning

Noch ein Berlin-Klassiker: Kleiderbox umkippen, Säcke rausziehen und den Inhalt in der Gegend verteilen. Berlin gilt übrigens als Hauptstadt der illegalen Altkleidercontainer, nur wenige Aufsteller sind gemeinnützig. Die Bezirke lassen die Boxen immer mal wieder abtransportieren. Doch bald stehen sie wieder an der Ecke.

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Und warum läuft der Hausmüll im Hof schon wieder über? Die Stadtreiniger haben die Tonne einfach stehen lassen, weil die Einfahrt zugeparkt war.

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Ungewöhnlicher Appell, nachlässige Hundebesitzer an ihre Pflichten zu erinnern. Entdeckt in der Anklamer Straße in Mitte.

In ganz Berlin gab es 2018 lediglich sieben Anzeigen wegen liegen gelassener Hundehaufen. Schwer zu kontrollieren, meinen die Bezirksämter.

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© Katja von der Bey

Currywurst und Pommes neben Taubenschiss und Schrottfahrrädern. So sieht es aus, 20 Meter neben dem Konnopke's am U-Bahnhof Eberswalder Straße in Pankow.

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© Hans-Joachim Kolpin

Sperrmüllhaufen vor dem BSR-Recyclinghof Behmstraße, Pankow.  "Ergo vor der Haustür der BSR, aber auf dem Gehweg. So ist der BSR-Hof außerstande hier zu beräumen, obwohl nur reinzutragen wäre, was an Schließtagen der Einrichtung zusammengekommen ist, immerhin vor die Tür gelegt!". Das schreibt uns Ralf Rohrlach.

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© Ralf Rohrlach


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